Heute, am 4. März 2026, jährt sich der Todestag von Heinz Klevenow zum fünften Mal. Der ehemalige Intendant und Schauspieler, der im Alter von 80 Jahren verstarb, hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Kulturlandschaft der Region Lausitz. Klevenow kam 1989 als Intendant an das damalige „Theater der Bergarbeiter“ und spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des „Theater neue Bühne“. Sein Engagement führte das Theater durch die Wendejahre und sicherte dessen Zukunft, sodass er oft als „Retter des Theaters“ bezeichnet wird. Für seine Verdienste wurde er mit dem Verdienstkreuz des Landes Brandenburg ausgezeichnet und wird von den Menschen, die ihn kannten, in ehrender Erinnerung gehalten. Siegurd Heinze, Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, würdigt Klevenows Verdienste in der Region (Source 1).
Das „Theater der Bergarbeiter“, heute bekannt als „Theater neue Bühne“, hat eine bemerkenswerte Geschichte, die in den frühen 1950er Jahren ihren Anfang nahm. In dieser Zeit wurden zahlreiche Anrechtsverträge mit Schulen und Betrieben geschlossen, was zu einer engen Verbindung mit dem Publikum führte. Die Intendanten Schönemann und Stolper legten den Grundstein für das, was später als „Kumpeltheater“ bekannt wurde. Besonders prägend war der Patenschaftsvertrag, der am 17. Mai 1953 mit dem Deutschen Theater unterzeichnet wurde, welcher das Senftenberger Theater unterstützte. Dieser Vertrag wurde 1956 aufgrund des Erfolgs in einen Freundschaftsvertrag umgewandelt, und weitere Freundschaftsverträge folgten, unter anderem 1977 mit dem Maxim Gorki Theater in Berlin (Source 2).
Ein Theater im Wandel der Zeit
Das Stadttheater Senftenberg erhielt 1958 als erstes Theater der DDR den Hans-Otto-Preis und wurde 1959 in „Theater der Bergarbeiter“ umbenannt. In diesem Jahr wurde auch das Werkstattgebäude fertiggestellt. Trotz technischer Mängel, wie dem Fehlen eines Bühnenturms und einer Kantine, erlangte das Theater einen ausgezeichneten Ruf. Viele junge Schauspieler*innen begannen hier ihre Karrieren, und das Repertoire umfasste sowohl klassische Werke von Shakespeare bis Brecht als auch moderne Autoren der DDR wie Heiner Müller und Peter Hacks. Das Theater scheute auch die (kultur-)politische Konfrontation und war ein Ort des kreativen Austauschs und des Experimentierens (Source 2).
Die Theaterlandschaft in der DDR war vielfältig und bot zahlreichen Spielstätten in 80 Städten eine Plattform. Die Schauspielausbildung genoss einen hervorragenden Ruf, was zu ausverkauften Vorstellungen führte, oft dank günstiger Eintrittspreise und der Verteilung von Karten in Betrieben und Schulen. Renommierte Bühnen wie das Deutsche Theater und die Volksbühne prägten das kulturelle Leben, während das „Theater der Bergarbeiter“ mit seinen einzigartigen Inszenierungen zur Entwicklung der Theaterkultur in der Region beitrug. Frank Castorf, ein junger Regisseur, inszenierte in Anklam und führte dort innovative Bühnenexperimente durch, die jedoch von der SED skeptisch betrachtet wurden (Source 3).
In der Rückschau wird deutlich, dass Heinz Klevenows Wirken nicht nur für das „Theater der Bergarbeiter“ von Bedeutung war, sondern auch für die gesamte Kulturlandschaft der Lausitz. Sein Erbe wird weiterhin in der Erinnerung der Menschen fortleben, die seine Leidenschaft für das Theater und seinen unermüdlichen Einsatz für die Kultur der Region schätzten.


