Die Notaufnahmen in Deutschland erleben derzeit einen Anstieg an Behandlungen, wobei Brandenburg im Vergleich zu anderen Bundesländern hinterherhinkt. Laut einem Bericht des Statistischen Bundesamtes, veröffentlicht am 3. Dezember 2025, gab es im Jahr 2024 insgesamt rund 13 Millionen Behandlungen in Notaufnahmen, was einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht. Dieser Wert ist der höchste seit Beginn der Erfassung im Jahr 2018. Täglich wurden etwa 35.600 Menschen in den Notfallambulanzen versorgt, was die Tragweite der Situation unterstreicht. Doch wie sieht es konkret in Brandenburg aus?
Mit 139 Behandlungen pro 1000 Einwohner liegt Brandenburg auf Platz 14 von 17 Bundesländern und damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 156 Behandlungen. Während die meisten Behandlungen in Städten wie Hamburg (213) und Berlin (208) verzeichnet wurden, ist Brandenburg weit entfernt von diesen Spitzenwerten. In der Tat, die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede innerhalb der deutschen Länder, wobei Thüringen (125) und Hessen (123) ebenfalls unter dem Schnitt liegen. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen in Brandenburg die Notfallambulanz seltener nutzen, als man erwarten würde, was sicherlich einer genaueren Betrachtung bedarf, wie der Betrachtung von lr-online zufolge.
Vergleich der Bundesländer
Die neuesten Statistiken zeigen auch, dass in Nordrhein-Westfalen die meisten ambulanten Notfälle behandelt wurden, mit rund 3,4 Millionen Fällen, gefolgt von Bayern mit 1,9 Millionen und Baden-Württemberg mit 1,6 Millionen Fällen. Dieser Trend ist umso bemerkenswerter, da die Behandlungen in Notaufnahmen in den ostdeutschen Bundesländern, einschließlich Brandenburg, im Vergleich zu anderen Regionen zurückbleiben. Das bedeutet, dass die Menschen hierzulande möglicherweise eher zu anderen medizinischen Diensten greifen oder möglicherweise nicht rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen.
Interessanterweise hat sich die Situation seit der Covid-19-Pandemie verändert. 2020 war der Tiefpunkt mit nur 9,4 Millionen Behandlungen, während die Zahlen seitdem kontinuierlich steigen, wie tagesschau hinweist. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise rund 12,4 Millionen ambulante Notfälle behandelt, was zeigt, dass die Notaufnahmen wieder stärker in Anspruch genommen werden.
Der Bedarf an Fachkräften
Ein weiterer Aspekt, der nicht übersehen werden sollte, ist der Anstieg der Beschäftigten im Rettungsdienst. Zwischen 2012 und 2022 stieg die Zahl der Rettungsdienst-Mitarbeiter um 71 % auf rund 86.000 Personen. Diese Entwicklung ist wichtig, denn der Bedarf an Fachkräften im Gesundheitswesen ist enorm, wie Daten der destatis belegen. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Behandlungsquote in vielen ostdeutschen Bundesländern, einschließlich Brandenburg, hinter den Werten anderer Bundesländer zurück.
Ob die Brandenburger ihre Notaufnahmen in Zukunft häufiger nutzen werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Zahlen sprechen für sich und verdeutlichen die Unterschiede in der Nutzung des Gesundheitssystems. Es macht sich ein gutes Händchen und eine noch stärkere Aufklärung über die Verfügbarkeit und den Nutzen von Notfallambulanzleistungen notwendig.