Die Gaststätte „Herr K“ in Elsterwerda-Biehla ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der regionalen Gastronomieszene. Doch der Betrieb sieht sich momentan mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der Fachkräftemangel hat bereits dazu geführt, dass die Gästezahl begrenzt werden muss. Das Team, das aus Merwee Legahe, Nadja Scheller, Sylke Grof, Manuela Kung und Sandra Tanneberger besteht, ist stark gefordert. Andreas Kung, der Eigentümer und Inhaber der Gaststätte, steht vor der schwierigen Entscheidung über die Zukunft seiner Einrichtung. Die Überlegungen reichen dabei über die aktuelle Situation hinaus, denn die Berichte über das „Gasthaussterben“ in Deutschland häufen sich, besonders in ländlichen Regionen. Immer mehr Gaststätten verschwinden, was auch „Herr K“ vor neue Herausforderungen stellt (lr-online.de).

Die Gastronomie insgesamt hat in den letzten Jahren stark gelitten. Viele Betreiber von Restaurants und Kneipen mussten aufgeben, insbesondere infolge der Coronapandemie, die große Verluste mit sich brachte. Während die Zahl der Cafés und Bars das Niveau vor der Pandemie weitgehend erreicht hat, bleibt die Anzahl der Restaurants und Kneipen weiterhin hinter den Werten von 2019 zurück. Im Jahr 2024 fiel der Umsatz in der Gastronomie real um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lag damit 15,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. In Brandenburg beispielsweise sank die Zahl der Restaurants mit Bedienung von 2.200 auf 1.800 in nur acht Jahren (deutschlandfunk.de).

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Gründe für die Schließungen sind vielfältig: hohe Preise für Energie, Miete, Ausstattung und Lebensmittel sowie angehobene Mindestlöhne setzen Gastronomen sowohl in Städten als auch auf dem Land zu. Während in städtischen Gebieten häufig neue Betreiber in geschlossene Lokale einziehen, stehen ländliche Gasthöfe oft vor der Gefahr einer dauerhaften Schließung. Die Gäste besuchen Gastronomiebetriebe weniger häufig als vor der Pandemie, was zu einem spürbaren Rückgang der Einnahmen führt. Fast ein Viertel der Erwerbstätigen arbeitete 2023 von zu Hause aus, was als „Donut-Effekt“ in Innenstädten beschrieben wird. Unter der Woche wird weniger konsumiert, während am Wochenende der Umsatz steigt.

Um sich den Herausforderungen zu stellen, haben viele Gastrobetreiber ihre Öffnungszeiten angepasst, um Kosten zu senken. Einige versuchen, Schließungen durch Genossenschaften oder Spendenaktionen abzuwenden. In verschiedenen Regionen, wie im sächsischen Nossen, wurde zum Beispiel eine Wanderkneipe ins Leben gerufen, um ländliche Gemeinden zu unterstützen. In Wölsauerhammer wurde sogar eine Genossenschaft gegründet, um die Dorfkneipe zu erhalten. Diese Initiativen sind oft auf Ehrenamtliche angewiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Branche steht vor einem Umbruch. Ab 2026 soll die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder auf sieben Prozent gesenkt werden, jedoch befürchten Experten, dass diese Maßnahme nicht zur Senkung der Preise führen wird und die Branche weiterhin unter Druck bleibt. Jens Stacklies vom DEHOGA Hamburg schätzt, dass die Gastronomie zwei Jahre für eine vollständige Erholung benötigt. Kneipenbetreiber fordern unter anderem eine Mietpreisbremse für Kleingewerbe sowie geringere kommunale Gebühren für Außengastronomie. Die Zukunft von „Herr K“ und ähnlichen Betrieben bleibt also ungewiss, während die Gastronomie insgesamt vor großen Herausforderungen steht.