Heute ist der 10.02.2026 und in Cottbus/Chóśebuz wird ein bedeutendes Projekt ins Leben gerufen: das Themenjahr 2026 „Schulen mit sicherer Zukunft“. Diese Initiative ist eine Antwort auf die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im schulischen Umfeld. Ziel ist es, bestehende Maßnahmen zu stärken, neue Ansätze zu entwickeln und den Schulalltag nachhaltig zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Cottbus werden verschiedene Projekte und Modellvorhaben angestoßen, die darauf abzielen, die Sicherheit und Prävention in Schulen zu fördern.

Ein zentrales Element des Themenjahres ist die Prüfung der Einführung eines „Teen Court“-Modells. Dieses pädagogische Format ermöglicht es Jugendlichen, Konflikte und Regelverstöße untereinander zu bearbeiten. Jugendliche übernehmen hierbei die Rollen von Schöffinnen und Schöffen, was nicht nur ihr Verantwortungsbewusstsein stärkt, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen fördert. Die Idee hinter den Teen Courts ist es, dass die Jugendlichen in einem geschützten Rahmen lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, während sie gleichzeitig ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern.

Überblick über die Teen Courts

Teen Courts, die in Deutschland bereits in 21 Städten existieren, bieten Schülern die Möglichkeit, kleinere Straftaten zu verhandeln. In diesen Gerichten, in denen fast 400 Schülerrichterinnen aktiv sind, werden häufig Delikte wie Diebstahl, Sachbeschädigung oder Körperverletzung behandelt. Die Staatsanwaltschaft wählt geeignete Fälle aus, wobei die Voraussetzung ist, dass der Sachverhalt klar ist und der Täter geständig ist. Hierbei kommunizieren die Schülerrichterinnen auf Augenhöhe mit dem Beschuldigten, um die Hintergründe der Tat zu erörtern und potenzielle Missstände im persönlichen Umfeld zu beleuchten.

Die Zielsetzung der Teen Courts ist nicht die Bestrafung, sondern die individuelle Förderung. Anstatt Strafen zu verhängen, können die Jugendlichen an Anti-Aggressions-Trainings oder kreativen Projekten teilnehmen. Dies fördert nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern hilft den Jugendlichen auch, ihr Verhalten zu reflektieren. Bei erfolgreicher Erfüllung der Auflagen kann die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren einstellen. Das Jugendstrafrecht, welches auf Erziehung statt auf Bestrafung abzielt, bietet hier deutlich mehr Möglichkeiten als das Erwachsenenstrafrecht.

Rechtskunde-Angebote und weitere Maßnahmen

Ein weiterer Bestandteil des Themenjahres ist der Ausbau von Rechtskunde-Angeboten an Schulen. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium der Justiz und für Digitalisierung Brandenburg sollen Unterrichtseinheiten, Projekttage und Workshops mit realen Fallbeispielen angeboten werden. Diese Maßnahmen tragen zur Vermittlung von Rechtsstaatlichkeit und Verantwortungsbewusstsein bei, was für die Entwicklung junger Menschen von großer Bedeutung ist.

Zudem nehmen zwei Cottbuser Schulen am Prozess „Weitblick – Gesunde Schule hat Methode“ teil. Dieses wissenschaftlich fundierte Verfahren zur Entwicklung schulischer Präventionskonzepte umfasst unter anderem anonyme Schülerbefragungen und die Analyse bestehender Präventionsangebote. Workshops und die Entwicklung individueller Präventionskonzepte runden das Angebot ab. Weitere Maßnahmen sind bereits in Vorbereitung, darunter Fortbildungsangebote für das pädagogische Personal sowie Projekte zur Gewaltprävention und zur Stärkung der Medienkompetenz.

Der Präventionsrat Cottbus wird die Schritte im Jahr 2026 konkretisieren und regelmäßig über den Stand der Projekte informieren. Die Bemühungen in Cottbus könnten somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Schulklimas und zur Förderung einer verantwortungsbewussten Schulkultur leisten. Die aktive Beteiligung der Schüler an Entscheidungen und Prozessen ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Schulalltag, der nicht nur sicherer, sondern auch gerechter gestaltet werden kann.