Gundermann feiert 70: Staatstheater bringt sein Lebenswerk auf die Bühne
Staatstheater Cottbus präsentiert "Immer wieder wächst das Gras" – ein Stück über Gerhard Gundermann, das am 5. und 17. Dezember aufgeführt wird.

Gundermann feiert 70: Staatstheater bringt sein Lebenswerk auf die Bühne
Gerhard Gundermann, der Musiker aus der Lausitz, wird mit einer besonderen Inszenierung geehrt. Am 29. November 2025 jährte sich sein Geburtstag, und er wäre 70 Jahre alt geworden. Der Liedermacher, der nicht nur als Begleiter seiner Bagger im Kohletagebau bekannt war, sondern auch durch seine tiefgründigen Lieder und Texte, bleibt bis heute ein faszinierendes Phänomen. Das Staatstheater Cottbus widmet ihm das Stück „Immer wieder wächst das Gras“. Diese Aufführung ist eine Hommage an sein Leben, das von Widersprüchen geprägt war, und an die Bedeutung seiner Werke in der heutigen Zeit. Laut RadioEINS schließen sich Musiker und Schauspieler zusammen, um Gundermann zu huldigen.
Vereint in Widersprüchen – das Leben Gundermanns war alles andere als einfach. Er war sowohl staatstreu als auch subversiv, sanftmütig und gleichzeitig gnadenlos. Diese Facetten spiegelt auch die Inszenierung wider. Regisseurin Christiane Pohle hat das Stück so gestaltet, dass die Grenzen zwischen Musikern und Schauspielern verschwimmen. Mit der musikalischen Leitung von Hans Petith und einer Besetzung, die aus sowohl Schauspielern als auch Musikern besteht, wird das Ergebnis zu einer Mischung aus Konzert und Schauspiel. In der Inszenierung erkunden die Darbietenden die Werte und Themen von Gundermanns Liedern, die auch heute noch relevant sind. Das Staatstheater Cottbus hebt die Relevanz des Werkes hervor und thematisiert das widersprüchliche Leben Gundermanns.
Ein Leben im Widerspruch
Als Musiker und gleichzeitig Baggerfahrer suchte Gundermann stets seinen eigenen Weg. Bereits früh formulierte er seinen Unmut über die einfache Beschreibung als „singender Baggerfahrer“. Er baute eine Brücke zwischen den harten Realitäten des Lebens und der Poesie, die aus seinen Liedern sprach. Gundermann war ein Querkopf, der nicht davor zurückschreckte, SED-Funktionären Schwierigkeiten zu bereiten. Später wandte er sich nach der Wende dem Umweltschutz zu und thematisierte in seinen melancholischen Liedern die Grubenschließungen. Laut Wikipedia entwickelte sich Gundermann zu einem wichtigen Sprachrohr für soziale und ökologische Themen.
Cottbus wird zum Schauplatz des Gedenkens an den unvergessenen Künstler. Neben der Aufführung fand am 22. November 2025 eine offene Probe statt, um den Zuhörern einen ersten Eindruck zu vermitteln. Die nächsten Vorstellungen stehen bereits fest: am 5. Dezember, 17. Dezember und 25. Dezember 2025 können die Besucher die poetische Reise durch Gundermanns Schaffen erleben. Mit der musikalischen Begleitung von Dietrich Petzold, Dan Baron, und Heiko Liebmann sowie der Unterstützung von sieben Schauspielern wird die Aufführung die Zuschauer in ihren Bann ziehen und eine lebendige Hommage an Gundermann sein.
Das Erbe Gundermanns
Sein künstlerisches Erbe ist nach wie vor von immenser Bedeutung. Gundermann, der im Jahr 1998 viel zu früh verstarb, lebt in den Herzen vieler Fans weiter. Seine melancholischen und gleichzeitig kämpferischen Texte finden immer wieder Gehör und bestechen durch ihre emotionalen und gesellschaftlichen Inhalte. In einer Zeit, in der viele seiner Themen erneut aktuell sind, ist das Stück „Immer wieder wächst das Gras“ nicht nur ein Geburtstagsfest für Gundermann, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis, das zum Nachdenken anregt. Die Darbietung lädt alle ein, gemeinsam mit Gerhard Gundermann auf eine musikalisch-poetische Reise zu gehen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich auf das musikalische Abenteuer einzulassen und die tiefgründigen Texte Gundermanns neu zu entdecken – vielleicht wird der eine oder andere unter den Zuschauern den eigenen Lieblingssong des vielseitigen Künstlers wiederfinden.