Gesellschaft im Wandel: Armutsbetroffene erheben ihre Stimmen!

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In Erkner finden am 13./14. Dezember 2024 Workshops statt, um die Stimmen von armutsbetroffenen Menschen in den Diskurs zu bringen.

In Erkner finden am 13./14. Dezember 2024 Workshops statt, um die Stimmen von armutsbetroffenen Menschen in den Diskurs zu bringen.
In Erkner finden am 13./14. Dezember 2024 Workshops statt, um die Stimmen von armutsbetroffenen Menschen in den Diskurs zu bringen.

Gesellschaft im Wandel: Armutsbetroffene erheben ihre Stimmen!

Am 3. Dezember 2025 findet in Brandenburg ein bemerkenswerter zweitägiger Workshop statt, der sich den alltäglichen Erfahrungen von Menschen mit Armut widmet. Unter dem Titel „Alltägliche Armutserfahrungen. Erzählen als politisches Sprechen“ zielt das Projekt darauf ab, die Sichtbarkeit und Beteiligung dieser oft ignorierten Stimmen in gesellschaftlichen und politischen Diskursen zu erhöhen. Organisiert von Wissenschaftler*innen der Universitäten Duisburg-Essen und Hamburg, soll dieser Workshop den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, ihre Herausforderungen kreativ zu artikulieren und in den politischen Diskurs einzubringen.uni-due.de

Gleich zwei Workshop-Termine sind anberaumt: Der erste findet vom 13. bis 14. Dezember 2024 in Erkner, nahe Berlin, statt, während der zweite am 7. und 8. März 2025 in Oerlinghausen geplant ist. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenlos – Anreise, Übernachtung und Verpflegung werden vollumfänglich übernommen. Besondere Zielgruppe sind Menschen ab 18 Jahren, die von Armut betroffen sind oder waren. Vorkenntnisse im Schreiben sind nicht erforderlich, denn hier stehen die kreativen Ausdrucksformen im Vordergrund. Führungen durch angeleitete Übungen und Gespräche ermöglichen es den Teilnehmenden, ihre Erfahrungen zu teilen und Texte zu erstellen, die später für politische Artikulationen herangezogen werden sollen.uni-due.de

Der gesellschaftliche Bedarf an Sichtbarkeit

Die Diskussion über Armut hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen und sozialpolitischer Reformen. Immer mehr Menschen leiden unter relativer Armut und sind nicht in der Lage, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dies führt zu einer dringenden Notwendigkeit, diese Themen im politischen Diskurs zu thematisieren. Das Issue Network Armutsforschung organisiert Treffen, um aktuelle Forschungsergebnisse zu bündeln und Impulse für eine sozial gerechte Sozialpolitik zu setzen. Dabei wird der Austausch über verschiedene Sichtweisen auf Armut gefördert, was auch bei der interdisziplinären Konferenz im Februar 2024 thematisiert wird.difis.org

Das bevorstehende Webinar zur Vorstellung der DIFIS-Studie „Armut und ihre Erforschung aus der Akteursperspektive“ ist für den 30. Januar 2026 angesetzt und wird nicht nur Ergebnisse präsentieren, sondern auch Einblicke in die Herausforderungen der Armutsforschung geben. Hierbei wird besonders die Abgrenzung zwischen der Skandalisierung von Armut und einer sachlichen politischen Diskussion beleuchtet. Diese Themen stehen auch im Fokus der Panel-Diskussionen, die beim FIS-Forum 2025 in Leipzig und der Social Policy Biennale 2024 in Berlin stattfinden werden.difis.org

Ein Aufruf zur Beteiligung

Es ist an der Zeit, dass die Stimmen armer Menschen gehört werden. Bei den bevorstehenden Workshops wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, nicht nur ihre Erlebnisse zu teilen, sondern auch aktiv zur politischen Diskussion beizutragen. Die Dokumentation und Veröffentlichung der Workshop-Ergebnisse ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Bereicherung des gesellschaftlichen Diskurses über Armut.uni-due.de

Durch solche partizipativen Ansätze wird es möglich, dass die Erfahrungen von Menschen in Armut in die wissenschaftlichen Forschungen und Lehrkontexte einfließen. Die Ansätze und Ergebnisse könnten auch weitreichende Konsequenzen für die Entwicklung von Social Policies in Deutschland, Europa und darüber hinaus haben.difis.org