Angst und Schrecken: Der S-Bahn-Mörder terrorisiert Berlin-Lichtenberg!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Ein Serientäter, Paul Ogorzow, verübte zwischen 1939 und 1941 grausame Morde in Berlin und Umgebung, darunter Erkner.

Ein Serientäter, Paul Ogorzow, verübte zwischen 1939 und 1941 grausame Morde in Berlin und Umgebung, darunter Erkner.
Ein Serientäter, Paul Ogorzow, verübte zwischen 1939 und 1941 grausame Morde in Berlin und Umgebung, darunter Erkner.

Angst und Schrecken: Der S-Bahn-Mörder terrorisiert Berlin-Lichtenberg!

Im Berliner Schatten der Geschichte

Im Osten Berlins brodelt die Angst. Ein Jahr nach Beginn des Zweiten Weltkrieges hat ein Serientäter die Stadt in seinen Griff genommen. Besonders die Menschen in Berlin-Lichtenberg fühlen sich bedroht, da im Raum um die Bahnhöfe Rummelsburg und Karlshorst zahlreiche Verbrechen geschehen sind. Wie berlin-live.de berichtet, umfasst die Liste der aufsehenerregenden Taten bereits „Dutzende Notzuchtverbrechen“, darunter zwei Mordversuche und drei Morde, die alle dem gleichen Täter zugeordnet werden.

Der Beginn der Angst

Der erste Mord geschah am 4. Oktober 1940. In der Folge ging es Schlag auf Schlag, und die Kriminalpolizei war alarmiert. Am 22. Dezember wird die Leiche von Elisabeth Büngener auf der S-Bahn Strecke zwischen Berlin und Erkner gefunden. Zunächst wird ihr Tod als „vermutlicher Selbstmord“ eingestuft, doch schnell wird klar, dass auch sie ein Opfer des Serientäters ist. Ein weiteres tragisches Kapitel wird am 29. Dezember aufgeschlagen, als Gertrud Siewert schwerverletzt im Gleisbett zwischen Karlshorst und Rummelsburg aufgefunden wird und ihren Verletzungen erliegt.

Ermittlungen und Geheimhaltung

Die Schwierigkeiten bei den Ermittlungen sind gewaltig. Die Gestapo hat großen Einfluss auf die laufenden Fahndungen und erhält Zugang zu allen Akten, die schließlich bis zu Reinhard Heydrich gelangen. Joseph Goebbels, der die Geheimhaltung anordnet, sorgt dafür, dass die Presse nicht über die Vorfälle informiert wird. Währenddessen gibt es zahlreiche Überprüfungen aller Reichsbahner, doch der Täter, Paul Ogorzow, bleibt zunächst unentdeckt und kann noch drei weitere Frauen ermorden.

Von der Dunkelheit zur Enthüllung

Paul Ogorzow, geboren am 29. September 1912 in Muntowen, wird später als „Berliner S-Bahn-Mörder“ bekannt. Er war ein getriebener Mensch, der während des Krieges die Dunkelheit nutzte, um seine Verbrechen zu begehen. In der Zeit zwischen 1939 und 1941 beging er insgesamt 31 Notzuchtverbrechen und nahm acht Frauen das Leben. Bei der Deutschen Reichsbahn angestellt, arbeitete er als Hilfsweichenwärter und war auch ein Mitglied der SA. Trotz seiner scheinbar normalen Fassade – als liebevoller Familienvater und Pflichtbewusster – äußerte er nach seiner Festnahme, dass seine Taten aus einem Hass auf Frauen und einer Faszination am Töten resultierten.

Die Wende kommt am 12. Juli 1941, als er von der Kriminalpolizei verhaftet wird. Ein Kollege erkennt ihn, und Ogorzow gesteht seine Taten. Aufgrund der umfangreichen Ermittlung, die fast zwei Jahre dauerte und eine der größten Fahndungen in der Berliner Kriminalgeschichte darstellt, wird er am 24. Juli 1941 zum Tode verurteilt und am 25. Juli mit der Guillotine in der Haftanstalt Plötzensee hingerichtet.

Ein Vermächtnis des Schreckens

Die Morde wurden von verschiedenen Zeitungen dokumentiert, und der Prozess erregte überregionale Aufmerksamkeit. Ogorzows Opfer umfassten unter anderem Gerda Ditter und Hedwig Ehbauer, die alle in die dunkle Geschichte von Berlin eingewoben sind. Während die Nachkriegszeit anbrach, blieben die Erinnerungen an diese schrecklichen Taten präsent und führten auch zu späteren filmischen Aufarbeitungen der Ereignisse.

In der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gestapo während dieser dunklen Periode wird deutlich, wie schwierig es war, in einem von Macht und Geheimhaltung bestimmten Umfeld Gerechtigkeit walten zu lassen. Der S-Bahn-Mörder bleibt eine verdrängte, aber wichtige Mahnung in der Geschichte Berlins.