Zeitzeugen für DDR-Stücke gesucht: Hüttenwerk in Eisenhüttenstadt!

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Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ sucht Zeitzeugen aus der DDR-Zeit in Eisenhüttenstadt für ein neues Stück.

Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ sucht Zeitzeugen aus der DDR-Zeit in Eisenhüttenstadt für ein neues Stück.
Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ sucht Zeitzeugen aus der DDR-Zeit in Eisenhüttenstadt für ein neues Stück.

Zeitzeugen für DDR-Stücke gesucht: Hüttenwerk in Eisenhüttenstadt!

In Eisenhüttenstadt wird ein aufregendes Projekt ins Leben gerufen: Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ sucht Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen aus der DDR-Zeit teilen möchten. Besonders fokussiert wird dabei auf Geschichten vom Eisenhüttenkombinat Ost (EKO). Gerade Themen wie Produktion, Frauenarbeit, Freizeit, Westkontakte und die Wendezeit sollen in einem bevorstehenden Theaterstück mit dem Titel „Hüttenwerk“ zur Sprache kommen. Dies berichtet moz.de.

Die Premiere des Stücks ist für Frankfurt (Oder) angesetzt, doch damit nicht genug: Das Stück wird anschließend in Form eines Eisenbahntheaters durch die Bundesrepublik reisen. Ehemalige Mitarbeitende des EKO sind besonders gefragt und können sich bei der Theatergruppe melden. Interviews für die Aufarbeitung der Geschichten werden bald in Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) stattfinden. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kleist Forum und dem Fonds Darstellende Künste statt.

Eine Stadt im Wandel

Eisenhüttenstadt, im Herzen der ehemaligen DDR gelegen, ist mehr als nur der Sitz eines Stahlwerks. Hier prägten der Bau und die Entwicklung des EKO das Lebensumfeld der Menschen. In einem Propagandafilm von 1988 konnte man das „Fest der Metallurgen“ bewundern, das mit Blasmusik und Unterhaltung für die ganze Familie gefeiert wurde. Klaus Nagel, ein Schichtleiter des EKO, erklärte seinen Kindern die Funktionsweise einer Walzstraße, während Veteranen geehrt wurden, die in den 50er-Jahren beim Aufbau der Stadt halfen. Dies zeigt, wie das soziale Gefüge in der Stadt eng mit der industriellen Entwicklung verknüpft war, wie mdr.de berichtet.

Die Wohnkomplexe der Kernstadt, die zwischen 1951 und 1961 erbaut wurden, stehen für den Versprechungen des Realsozialismus. Sie bieten den Bewohnern nicht nur komfortable Wohnungen mit fließend Warmwasser und Innentoilette, sondern waren auch von Grünanlagen umgeben, die ein gesundes Leben fördern sollten. Heute ist Eisenhüttenstadt das größte städtische Flächendenkmal Deutschlands und erinnert an eine Ära, in der soziale Infrastrukturen wie Polikliniken, Kindergärten und Freizeitangebote fest in die Arbeitswelt integriert waren.

Das Erbe des EKO

Der Bau des Konverterstahlwerks zwischen 1981 und 1984 ist eine zentrale Episode in der Geschichte von Eisenhüttenstadt. Diese Bauarbeiten zogen nicht nur österreichische Arbeiter an, sondern erforderten auch den Einsatz von bis zu 3.500 Arbeitern aus verschiedenen Nationen. Ein Wohncamp für diese Arbeiter wurde eingerichtet, während die Leninallee während dieser Zeit den Spitznamen Schillingallee erhielt. Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend: Über 1,3 Millionen Kubikmeter Erdmassen und 230.000 Kubikmeter Beton wurden bewegt, was die enorme Anstrengung hinter dem Stahlwerk verdeutlicht.

Die Betriebssportgemeinschaft Stahl Eisenhüttenstadt bot den Menschen zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. In der DDR gab es bis zu 50 verschiedene Sportarten, die die Gemeinschaft zusammenbrachten. Zudem sorgte das „Clubhaus der Hüttenwerker“ mit seinen 23 Zirkeln und Arbeitsgemeinschaften für ein lebendiges Kulturleben in der Stadt. Es zeigt sich, dass in Eisenhüttenstadt nicht nur Stahl produziert wurde, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstand.

Mit dem geplanten Theaterstück „Hüttenwerk“ soll diesem Erbe nun ein weiterer Ausdruck verliehen werden. Die Theatergruppe lädt alle Zeitzeugen ein, ihre Geschichten zu erzählen und so Teil eines wichtigen kulturellen Projekts zu werden, das an eine besondere Zeit erinnert. Informationen zur Kontaktaufnahme sind bei der Theatergruppe erhältlich.