Im Herzen von Eisenhüttenstadt wird der Punk flächendeckend gefeiert. An den kommenden Tagen, genauer gesagt am 16. und 17. Januar 2026, lädt der Club Steelbruch zu einer multimedialen Lesung und einem Konzert ein, das die Punkszene der DDR ins Rampenlicht rückt. In dieser besonderen Veranstaltung stellt der Autor Geralf Pochop sein neues Buch „Tanz auf dem Vulkan: Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ vor. Dieses Werk beleuchtet die Rollen von Frauen in der Punkszene, die oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen.

Pochop, Jahrgang 1964, hat die Punk-Szene der DDR selbst erlebt und erzählt die Geschichten von 23 Frauen, die aktiv und sichtbar waren. Sie teilen ihre Erfahrungen in Interviews, Tagebucheinträgen und eigenen Texten. Das Buch, das bereits kurz nach Erscheinen im Jahr 2025 ausverkauft war, gibt Einblicke in die Repressionen, die beide Geschlechter erlitten, und thematisiert die unausgesprochenen Wahrheiten des sozialistischen Systems. Nina Hagen hat das Werk lobend erwähnt und die Bedeutung der Geschichten der Punk-Frauen hervorgehoben.

Ein unvergessliches Ereignis im Steelbruch

Für die Veranstaltung am 16. Januar 2026 um 21 Uhr hat Pochop eine multimediale Lesung vorbereitet, die von den Künstlerinnen Kim und Alena begleitet wird. Am folgenden Abend, dem 17. Januar, eröffnen die Bands Omixlh aus Griechenland und Starts aus Torgau den musikalischen Teil des Programms. Die Tickets für diese Veranstaltungen sind für moderate 15 Euro online bei Steeltownrecords erhältlich.

Steelbruch hat sich über die Jahre zu einem wichtigen Ort für subkulturelle und künstlerische Begegnungen entwickelt. Die Atmosphäre bringt nicht nur die Nostalgie der Punkzeit zurück, sondern schafft auch einen Raum für Dialog und Austausch über die Herausforderungen, die die Punk-Frauen in der DDR so tapfer meistert haben.

Ein Blick auf Geralf Pochops Werdegang

Geralf Pochop ist nicht nur Autor, sondern hat auch selbst eine bewegte Vergangenheit: Als Funkmechaniker, Hausbesetzer, Ostpunk und Wehrdienstverweigerer war er direkt mit der Staatsmacht konfrontiert. Nach seiner Haftstrafe und einem Engagement in der Untergrundkultur zog es ihn 1989 in die BRD, bevor er 1991 nach Halle (Saale) zurückkehrte, wo er nicht nur einen Plattenladen eröffnete, sondern auch eine Band und ein eigenes Label gründete. 2011 wurde er als politischer Gefangener der DDR rehabilitiert.

Sein Engagement für die DDR-Vergangenheit hält Pochop bis heute lebendig, nicht zuletzt durch seine multimediale Zeitzeugen-Lesetour. Neben „Tanz auf dem Vulkan“ hat er auch zwei autobiografische Bände über die DDR veröffentlicht: „Untergrund war Strategie. Punk in der DDR zwischen Rebellion und Repression“ (2018) und „Zwischen Aufbruch und Randale. Der wilde Osten in den Wirren der Nachwendezeit“ (2021).

Ein Event wie das im Steelbruch ist somit nicht nur eine Feier des Punk, sondern auch eine Würdigung des Widerstands und der kreativen Kraft, die Frauen in der DDR entwickelt haben. Die Vorfreude auf diese Veranstaltungen ist greifbar und bestärkt die Überzeugung, dass die punkige Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Weitere Informationen sind in dem Artikel von Moz.de und Shop Hirnkost zu finden.