In Beeskow, einer kleinen Stadt an der Spree, hat Dr. Klaus Piesker ein bemerkenswertes Buch veröffentlicht, das nicht nur die lokale Fischerei, sondern auch die ökologische Entwicklung entlang des Flusses thematisiert. „Natur. Mensch. Demut?“ ist als Hardcover erhältlich und beleuchtet die Geschichte der Fischerei an der Spree sowie die Herausforderungen, denen sich die Gewässerbewirtschaftung gegenübersieht. Piesker, der 1944 in einer Fischergemeinde geboren wurde und an der Humboldt-Universität zu Berlin Fischereiwesen studierte, hat mit seinem Werk nicht nur 500 Exemplare gedruckt, von denen über 400 bereits verkauft sind, sondern auch eine wichtige Diskussion über den Zustand unserer Gewässer angestoßen.

Das Buch identifiziert drei entscheidende Faktoren für stabile Fischbestände: Umwelt, Fortpflanzung und Nahrung. Piesker warnt vor den Folgen eines falschen Umgangs mit der Natur und betont die Bedeutung traditioneller Praktiken in der Fischerei. Dabei stützt er sich auf historische Quellen und abbildet diese mit seltenen Dokumenten, darunter eine alte Karte von 1776. Der Schreibprozess, der fünf Jahre in Anspruch nahm, wurde durch eine Bekannte angestoßen und umfasste intensive Phasen der Konzentration sowie Ruhezeiten, in denen Piesker die Gedanken sortieren konnte. Unterstützt wurde die Buchgestaltung von einem Filmemacher und einer Grafikdesignerin.

Die Bedeutung der Daten

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gewässerbewirtschaftung ist die Datensammlung über Fischarten, wie sie im Fischartenkataster festgehalten wird. Diese zentrale Datenbank dokumentiert die Verbreitung und Situation von Fischarten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt und bietet wertvolle Informationen für Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen. Die kontinuierliche Aktualisierung erfordert die Mitarbeit von Fachleuten und Institutionen in den Bereichen Fischerei, Gewässerökologie und Naturschutz. So können wichtige Daten für fischbestandskundliche Untersuchungen und ökologische Gewässerbewertungen genutzt werden.

Pieskers Buch ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf zur Achtsamkeit im Umgang mit der Natur. Er sieht seine Arbeit als Warnung vor einem falschen Verständnis von Naturkontrolle. In einem ähnlichen Zusammenhang hat die EU-Kommission im Februar 2023 einen Aktionsplan zum Schutz und zur Wiederherstellung von Meeresökosystemen veröffentlicht, um die Fischbestände in Nord- und Ostsee zu sichern. Diese Maßnahmen sind notwendig, da viele Fischbestände, wie zum Beispiel der Dorschbestand in der westlichen Ostsee, bereits stark gefährdet sind.

Berufsstände und Herausforderungen

Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU, die seit 1983 besteht, verfolgt das Ziel, eine sozial gerechte und ökologisch verantwortungsvolle Fischerei zu gewährleisten. Doch die Umsetzung dieser Richtlinien steht oft auf der Kippe, da naturschutzrelevante Ziele häufig hinter fischereilichen Interessen zurückstehen müssen. Piesker fordert, dass Traditionen und nachhaltige Praktiken in der Fischerei wieder mehr Berücksichtigung finden müssen. Die Herausforderungen, vor denen die Fischerei steht, sind vielfältig und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Umweltschützern, Fischern und wissenschaftlichen Institutionen.

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Um den Dialog zu fördern, wird am 7. März 2026 der 19. Quappentag im Gasthof zum Unterspreewald in Schlepzig stattfinden. Hier sollen Fachleute und Interessierte zusammenkommen, um aktuelle Themen der Fischerei und Gewässerbewirtschaftung zu diskutieren. Piesker sieht in solchen Veranstaltungen eine wertvolle Möglichkeit, um Wissen auszutauschen und auf die Dringlichkeit von Maßnahmen zum Schutz der Gewässer hinzuweisen.

Insgesamt ist Dr. Klaus Pieskers Buch ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Fischerei an der Spree und darüber hinaus. Es lädt dazu ein, über unser Verhältnis zur Natur nachzudenken und zeigt, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen.