Kunst-Rückkehr nach Koblenz: Gneisenau-Tafelrunde feiert Comeback!
Am 1. Dezember 2025 kehrt das Gemälde „Tafelrunde im von-der-Leyenschen Hof“ nach Koblenz zurück, nach 13 Jahren der Abwesenheit.

Kunst-Rückkehr nach Koblenz: Gneisenau-Tafelrunde feiert Comeback!
Ein historisches Kunstwerk längst zurück in Koblenz: Das Gemälde „Tafelrunde im von-der-Leyenschen Hof“ kehrt nach fast 13 Jahren in die Stadt zurück. Wenige wissen, dass es auch unter dem Namen „Gneisenau-Tafelrunde“ bekannt ist. Die Rückkehr wurde maßgeblich von Hauptmann a.D. Peter Olf und seinen Kameraden in die Wege geleitet, was frischen Wind in die Diskussion über Diebstahl und Restitution von Kunstwerken bringt.
Die Übergabe des Gemäldes fand im prächtigen Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein statt – ein feierlicher Rahmen, der perfekt zur Verabschiedung von Generalleutnant Alfons Mais passt. Im Zuge dieser Zeremonie wurde das Kunstwerk an Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus und Brigadegeneral Dr. Frank Utzerath übergeben, die sichtlich gerührt waren über die Rückkehr dieses wertvollen Stücks. Das Bild wurde bereits 1967 vom damaligen Oberbürgermeister Willi Werner Macke in Auftrag gegeben, um das 150-jährige Bestehen der Garnison Koblenz zu feiern.
Ein Stück Geschichte
Das Gemälde zeigt namhafte Persönlichkeiten, die sich 1815 im von-der-Leyen‘schen Hof trafen. Darunter die historischen Größen wie Major Ferdinand (von) Stosch, Oberstleutnant Carl Graf von der Goeben und General August Graf Neidhard von Gneisenau sowie weitere militärische und kulturelle Persönlichkeiten der Zeit. Die Darstellung dieser Tafelrunde bringt nicht nur die Kunst, sondern auch die Geschichte der Garnison und ihrer führenden Köpfe lebendig zurück.
Mit der Rückkehr des Gemäldes wurden Debatten über die Restitution von Raubkunst aus der NS-Zeit aufgefrischt. Schätzungen zufolge befinden sich weltweit noch bis zu 10.000 Kunstwerke in Sammlungen, deren Herkunft ungeklärt ist; viele davon wurden während des Nationalsozialismus illegal enteignet. Das Thema ist von großer Relevanz, denn die Wiederherstellung von Eigentumsverhältnissen an geraubten Kunstwerken ist nicht nur ein moralischer, sondern auch ein rechtlicher Imperativ in der heutigen Gesellschaft.
Die Gneisenau-Kaserne und ihre Geschichte
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gneisenau-Kaserne in Koblenz, die von 1936 bis 1938 erbaut wurde. Errichtet während der Remilitarisierung der Rheinlande, diente sie nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst der amerikanischen Armee, bevor sie von der Bundeswehr übernommen wurde. Zwischendurch erhielt die Kaserne auch den Namen Caserne Jeanne d’Arc, als sie an die französische Besatzung übergeben wurde. Heute beherbergt die Kaserne das Heeresmusikkorps Koblenz und steht als Mahnmal für eine bewegte Geschichte.
Die Diskussion um die Rückgabe von Raubkunst verdeutlicht, wie wichtig der Umgang mit unserer Geschichte ist. Erst in den letzten Jahrzehnten gab es bedeutende Schritte in Richtung Restitution, vor allem nach der Washingtoner Erklärung von 1998, die 44 Staaten zur Rückgabe von Raubkunst verpflichtete. Diese Rückgaben sind oft langwierig und komplex, jedoch notwendig, um den Rechtsfrieden wiederherzustellen und die Gerechtigkeit für die betroffenen Familien zu fördern.
Somit bleibt die Rückkehr der „Tafelrunde im von-der-Leyenschen Hof“ nicht nur ein Fest für die Koblenzer Kultur, sondern auch ein bedeutender Schritt in Richtung der Aufarbeitung unserer Kunstgeschichte. Endlich wird dieses bedeutende Werk im Casino der Falckenstein-Kaserne ausgestellt, wo es für die Nachwelt sichtbar wird und ein wertvolles Stück Geschichte erzählt.