Krankenhausreform in Brandenburg: 1,6 Milliarden Euro beantragt!
Seelow plant die Umwandlung in einen Gesundheitscampus im Rahmen der Krankenhausreform in Brandenburg, gefördert mit 690.000 Euro.

Krankenhausreform in Brandenburg: 1,6 Milliarden Euro beantragt!
Die Krankenhausreform in Brandenburg nimmt konkrete Züge an. Insgesamt 45 Brandenburger Krankenhausbetreiber haben 119 Interessensbekundungen für den Transformationsfonds abgegeben. Dieser Fonds stellte sich als besonders attraktiv heraus, denn mehr als 1,6 Milliarden Euro wurden beantragt, während Brandenburg rund 1,5 Milliarden Euro aus einem Gesamtvolumen von 50 Milliarden Euro zusteht. Ärzteblatt berichtet, dass die größten Anträge vor allem die Konzentration von Klinikstandorten betreffen, für die Anträge in Höhe von über einer Milliarde Euro gestellt wurden.
Gestern kündigte die Gesundheitsministerin Britta Müller an, dass die Landesregierung Brandenburg 40 Millionen Euro in die regionale Gesundheitsversorgung investieren werde. Diese Mittel stammen aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität. Während des Gesundheitsausschusses im Landtag erklärte sie, dass ein neues Medizinisches Versorgungszentrum in Wittstock/Dosse errichtet werden soll, um die medizinische Versorgung in der Region zu sichern. Dies stellt einen weiteren Schritt in Richtung einer soliden Gesundheitsversorgung dar und reflektiert die Notwendigkeit einer Reform, der sich derzeit Brandenburg gegenübersieht, wie auch MGS dokumentiert.
Förderanträge und ihre Hintergründe
Außerdem betont das Bundesgesundheitsministerium, dass die Vorschläge aus den Förderanträgen nicht nur finanzielle Unterstützung erwarten, sondern auch die Möglichkeit zur Umstrukturierung bestehender Krankenhausstandorte in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen bieten. Im Rahmen des geplanten Transformationsfonds, dessen Fördertatbestände nun konkretisiert wurden, sollen vor allem Projekte zur Konzentration akutstationärer Versorgungskapazitäten fokussiert werden. So berichtet Bundesgesundheitsministerium, dass neben der Bildung telemedizinischer Netzwerkstrukturen auch die Schaffung von Zentren für seltene Erkrankungen vorgesehen ist.
Die Anträge, die bei der Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) eingereicht werden, müssen bis Ende September nach interner Prüfung abgeschickt werden. Mit den bereitgestellten Mitteln wird auch angestrebt, die Zahl der Leistungsgruppen in Brandenburg von 65 auf 61 zu reduzieren. Ein neuer Krankenhausplan, der in Zusammenarbeit mit Gebietskonferenzen und der Landeskonferenz für Krankenhausplanung erarbeitet wird, soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Chancen der Ambulantisierung
Ein anderer wesentlicher Punkt der Reform ist die Ambulantisierung von ehemals stationären Leistungen, die neue Chancen für die Integration von Gesundheitsfachkräften in Medizinischen Versorgungszentren (MVZs) bietet. Diese Zentren funkeln förmlich, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geht, denn sie bieten den Beschäftigten eine bessere Balance und ein geringeres finanzielles Risiko als die Gründung einer eigenen Praxis.
Aktuell zeigen die bisherigen Betreiber der betroffenen Klinikstandorte großes Interesse an der Trägerschaft von MVZs. Diese partnerschaftliche Herangehensweise könnte den Weg für eine positive Entwicklung der regionalen Gesundheitsversorgung ebnen. Mal schauen, wie sich diese Pläne umsetzen lassen und ob Brandenburg durch diese reformierten Strukturen gestärkt aus der Krise hervorgeht.