In Dolgelin bei Seelow steht erneut eine Evakuierung an, da am nordöstlichen Dorfeingang, nahe der Bundesstraße B167, eine 100 kg schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Die Entschärfung ist für Freitag, den 6. März 2026, geplant. Bis 8 Uhr müssen die rund 500 betroffenen Einwohner ihre Häuser verlassen, während die Bombe von 9 bis 15 Uhr durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei entschärft wird. Die B167 wird während der Entschärfung komplett gesperrt, was Umleitungen erforderlich macht. Bürgerhäuser in Neu Mahlisch und Sachsendorf sind als Aufnahmeorte für die evakuierten Personen vorbereitet. Die Regionalbahnlinie RB60 kann jedoch weiterhin ohne Einschränkungen fahren, was für die Bewohner eine wichtige Entlastung darstellt.
Die Evakuierung erfolgt größtenteils in Eigenregie der Bevölkerung. Es sind keine Transporte zu den Aufnahmeorten geplant. Die Dolgeliner haben bereits Erfahrungen mit Bombenentschärfungen: Im März 2023 wurde ebenfalls eine 100-kg-Bombe gefunden, die jedoch nicht entschärft, sondern kontrolliert gesprengt wurde. Diese Wiederholung der Bombenfunde deutet auf eine anhaltende Kampfmittelbelastung in der Region hin. Auch in der Vergangenheit kam es zu weiteren Funden: So wurde am 25. Januar 2020 eine 100-kg-Bombe und am 2. August 2019 eine 250-kg-Bombe entdeckt, die zu einer umfassenden Evakuierung von halb Dolgelin führte. Der Umgang mit solchen historischen Relikten bleibt somit ein wiederkehrendes Thema in der Region.
Die Herausforderungen der Kampfmittelbeseitigung
Die Aufgabe der Kampfmittelbeseitigung obliegt den örtlichen Ordnungsbehörden, die in Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) sicherstellen, dass die Region von gefährlichen Altlasten befreit wird. Die Hauptaufgabe des KBD besteht darin, Kampfmittel vor geplanten Baumaßnahmen präventiv zu beseitigen, um ein gefahrloses Bauen zu ermöglichen. Zudem ist die Beseitigung von zufällig gefundenen Weltkriegsmunition ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Interessierte können weitere Informationen zur Kampfmittelproblematik in Nordrhein-Westfalen auf der entsprechenden Webseite des Ministeriums für Inneres und Kommunales finden.
Im Falle eines Auffindens von Kampfmitteln oder verdächtigen Gegenständen sollten die Bürger Folgendes beachten: Nicht berühren, Abstand halten und sofort die Polizei oder die zuständige Ordnungsbehörde informieren. E-Mails zur Meldung sind nicht zulässig, um eine schnelle und effektive Reaktion zu gewährleisten. Die Ereignisse in Dolgelin verdeutlichen die Notwendigkeit der Wachsamkeit und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der Bevölkerung in solchen sicherheitsrelevanten Angelegenheiten.
Für weitere Informationen zu der bevorstehenden Evakuierung und den Sicherheitsmaßnahmen verweisen wir auf den Artikel bei Moz.de sowie ms-aktuell.de.