In der kleinen Gemeinde Dolgelin im Landkreis Märkisch-Oderland wird am Freitag, den 6. März, eine Bombenentschärfung durchgeführt. Diese Maßnahme ist notwendig, da in der Region noch immer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden. Die Entschärfung führt zu starken Verkehrseinschränkungen, die sich auf die Bundesstraße B167 zwischen Seelow und Lebus auswirken. Der betroffene Streckenabschnitt wird von 9 bis 15 Uhr voll gesperrt, was bedeutet, dass eine 17 Kilometer lange Strecke für den Verkehr nicht befahrbar sein wird. Die Polizei wird die Sperrung absichern und appelliert an alle Verkehrsteilnehmenden, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die gesperrten Bereiche zu umfahren.
Für die Umfahrung stehen mehrere Alternativen zur Verfügung: Wer zwischen Lebus und Rathstock unterwegs ist, kann die B112 nutzen, während die Strecke zwischen Rathstock und Seelow über die Landesstraßen L331 oder L332 umgeleitet werden kann. Die örtlichen Behörden bitten die Autofahrer, diese Optionen zu berücksichtigen und auf die Verkehrsanzeigen zu achten, um mögliche Verzögerungen zu vermeiden. Weitere Details zu diesen Maßnahmen sowie zu allgemeinen Informationen über Bombenentschärfungen finden sich auf der Webseite der Stuttgarter Nachrichten.
Die Gefahren von Blindgängern
Blindgänger stellen bis heute eine latente Gefahr dar. Laut Rolf Vogelbacher kommt es bundesweit im Schnitt einmal jährlich zu Explosionen von Blindgängern mit Zeitzündern, ohne dass Fremdeinwirkung vorliegt. Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass es zuletzt vor 25 Jahren in Burbach zu einem solchen Vorfall kam, als eine Zehn-Zentner-Bombe detonierte. Bei dieser Explosion entstand ein Krater von zwei Metern Tiefe und 15 Metern Durchmesser, glücklicherweise ohne Verletzte. Die Gefährlichkeit dieser alten Munition ist also nicht zu unterschätzen.
Besonders riskant sind Blindgänger mit Aufschlagzünder, die explodieren können, wenn sie bewegt werden. Ein tragisches Beispiel ist die Detonation einer 1.400 Kilo schweren Bombe in Euskirchen im Januar 2014, als ein Baggerfahrer darauf stieß. Bei diesem Vorfall wurde der Fahrer getötet und mehrere Menschen verletzt. Um solche Ereignisse zu vermeiden, suchen die Kampfmittelbeseitigungsdienste (KBD) in NRW systematisch nach Blindgängern. Diese Suche basiert auf historischen Luftaufnahmen der Alliierten und wird von den zuständigen Kommunen angefragt, wenn Bauprojekte geplant sind.
Vorbereitung und Durchführung der Entschärfung
Vor der eigentlichen Entschärfung wird ein Evakuierungsradius von mindestens 300 Metern um die gefundene Bombe festgelegt. Die Größe dieses Radius hängt von der Sprengkraft, der Lage und dem Zündsystem der Bombe ab. Die Ordnungsbehörden, einschließlich Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr, sind für die Evakuierung der Anwohner zuständig. Diese werden in Schulen, Sporthallen oder anderen geeigneten Einrichtungen untergebracht, während Fachkräfte sicherstellen, dass der Evakuierungsbereich frei ist. Verzögerungen können durch Anwohner entstehen, die nicht rechtzeitig informiert sind oder sich weigern zu evakuieren.
Bei der Entschärfung sind in der Regel nur zwei Mitarbeiter des KBD vor Ort. Die Vorgehensweise hängt stark von der individuellen Situation der jeweiligen Bombe ab. Es kommen spezielle Geräte und Wasserstrahlschneider zum Einsatz, um die Zünder sicher zu trennen. Sollte eine Entschärfung nicht möglich sein, wird die Bombe kontrolliert gesprengt, wobei Barrieren aufgebaut werden, um die Explosionskraft zu mindern. Nach der Entschärfung wird die Bombe in einem Zwischenlager aufbewahrt, und der Sprengstoff wird in einer speziellen Anlage vernichtet. Der Metallteil der Bombe wird im regulären Verwertungskreislauf entsorgt.
Diese präventiven Maßnahmen und die sorgfältige Planung sind entscheidend, um die Sicherheit der Bevölkerung während solcher Einsätze zu gewährleisten. Es ist wichtig, die Gefahren, die von Blindgängern ausgehen, ernst zu nehmen und die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen, um Unfälle zu vermeiden.