Was tut sich im Bereich Wasserstoffspeicher in Norddeutschland? Die Europäische Kommission hat bekannt gegeben, dass sie drei Wasserstoffspeichervorhaben des norddeutschen Energieunternehmens EWE in die Liste der europäischen Projects of Common Interest (PCI) aufgenommen hat. Diese bedeutende Entscheidung wurde im Rahmen der PCI-Days in Brüssel verkündet. Die Pilotprojekte sind in Huntorf (Wesermarsch), Jemgum (Ostfriesland) und Rüdersdorf bei Berlin angesiedelt. Dies ermöglicht der EWE, politische Unterstützung zu sichern, die Genehmigungs- und Planungsverfahren zu beschleunigen und Zugang zu EU-Fördermitteln über das Programm Connecting Europe Facility (CEF) zu erhalten, berichtet 3R Rohre.
Doch was bedeutet das konkret für die Wasserstoffwirtschaft? EWE-CEO Stefan Dohler hebt hervor, dass die Wasserstoffspeicher eine Schlüsselrolle für den europäischen Wasserstoffmarkt spielen. Mit dem PCI-Status können die EWE-Projekte nun in eine strukturierte Projektentwicklung übergehen, obwohl die konkreten Investitionsentscheidungen noch ausstehen. Dies ist eine entscheidende Entwicklung, da die wirtschaftliche Machbarkeit vor allem klare Investitionsanreize erfordert.
Die Strategie von EWE
Im Zuge des Projekts „Clean Hydrogen Coastline“ investiert EWE über 800 Millionen Euro in die Herstellung, Speicherung und den Transport von grünem Wasserstoff in Nordwestdeutschland. Mit einer geplanten Elektrolyseanlage mit 320 MW in Emden sowie weiteren Initiativen an den Standorten Huntorf und Bremen wird die Grundlage für eine umfassende Wasserstoffwirtschaft gelegt. Unter anderem wird in Huntorf eine Kaverne zur Wasserstoffspeicherung umgerüstet, um die sich entwickelnde Wasserstoffinfrastruktur zu optimieren, so EWE.
Diese Schritte sind Teil einer größeren Strategie, die auf die Integration von 370 Megawatt Erzeugungskapazität abzielt und die Wasserstoffwirtschaft nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Kontext stärken soll. Eine effiziente Pipeline-Infrastruktur, die mit den Nachbarländern wie den Niederlanden und Dänemark verbunden ist, soll den Transport und die Nutzung von Wasserstoff erleichtern.
Förderprogramme und Unterstützung
Aber nicht nur EWE investiert in die Wasserstofftechnologie. Die Bundesregierung hat einen One-Stop-Shop für Wasserstoff eingerichtet, der umfassende Informationen, Projektbeispiele sowie Beratungs- und Serviceleistungen anbietet. Unternehmen und Institutionen können sich hier an Experten wenden, um geeignete Förderoptionen zu finden. Zu den aktuellen Förderprogrammen zählen unter anderem Initiativen zur Unterstützung internationaler Wasserstoffprojekte, die bis zu 30 Millionen Euro an Fördermitteln bieten können. Bei den nationalen Projekten geht es vor allem um die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zur Nutzung von grünem Wasserstoff, so DIHK.
Die EU fördert zudem zahlreiche Programme bis zum Jahr 2028, die sich mit innovativen Energietechnologien und der Entwicklung regenerativer Kraftstoffe beschäftigen. EWE’s Plan, Wasserstoff nicht nur für die Energieversorgung, sondern auch für die industrielle Nutzung, zum Beispiel in der Stahlproduktion, einzusetzen, steht in diesem Kontext hoch im Kurs.
Die aktuellen Entwicklungen im Wasserstoffsektor zeigen, dass es hier richtig zur Sache geht. Die Projekte in Norddeutschland könnten somit ein entscheidender Schritt in der Etablierung einer grünen Wasserstoffwirtschaft nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sein. Da bleibt abzuwarten, wie sich die konkreten Investitionsentscheidungen entwickeln und welche strategischen Partnerschaften noch zustande kommen.