EU gibt grünes Licht für 100 Wasserstoffprojekte – Deutschlands große Chance!
Rüdersdorf bei Berlin wird Teil von 22 Wasserstoffprojekten mit EU-PCI-Status, die beschleunigte Genehmigungen und Fördermittel erhalten.

EU gibt grünes Licht für 100 Wasserstoffprojekte – Deutschlands große Chance!
Die Europäische Kommission hat am 1. Dezember 2025 eine neue Liste von grenzüberschreitenden Energiewirtschaftsprojekten veröffentlicht, die im Rahmen der EU-Initiative für die Entwicklung von Energieinfrastrukturen steht. Diese Liste umfasst insgesamt 235 Projekte, die aufgrund ihrer Bedeutung für die europäische Energieversorgung beschleunigte Genehmigungsverfahren und Zugang zu EU-Fördermitteln erhalten. Über diese Entwicklungen berichtet H2-News.
Darunter befinden sich auch 100 Wasserstoffprojekte, die höchsten nationalen Prioritätsstatus genießen. Dies ist besonders für Deutschland von Bedeutung, das insgesamt 41 Projekte auf der Liste hat, darunter 22 Wasserstoffvorhaben. Diese beinhalten unter anderem 15 Pipelines, 3 Terminals sowie 2 Speicher und Elektrolyseure.
Wichtige Infrastrukturprojekte für Deutschland
Zu den prominenten deutschen Projekten zählen die Wasserstoffspeicher von EWE, die in Huntorf, Jemgum und in der Nähe von Berlin in Rüdersdorf umgesetzt werden sollen. EWE plant, bestehende Gaskavernen für die Wasserstoffspeicherung umzurüsten. Auch das Projekt SaltHy Harsefeld, das die Kapazität um 14.000 Tonnen Wasserstoff erweitert, genauso wie die Pläne von RWE Gas Storage West zur Erweiterung ihrer Anlage in Gronau-Epe um 43,5 Millionen Kubikmeter, sind Teil dieser Auflistung.
Eines der größten Pipelineprojekte ist der „Baltic Sea Hydrogen Collector“, das Schweden und Finnland mit Deutschland verbinden soll. Diese Pipeline hat eine beeindruckende Transportkapazität von bis zu 17 Gigawatt, was vier bis fünf Megatonnen Wasserstoff pro Jahr entspricht. Mit dem Projekt „H2 Backbone WAG + Penta-West“ wird bidirektionaler Wasserstofftransport zwischen Deutschland, der Slowakei und Österreich möglich.
Förderung und Genehmigungsprozess
Die erhobene PCI-Status bringt den Projekten nicht nur beschleunigte Genehmigungsverfahren, sondern auch Zugang zu beträchtlichen EU-Fördermitteln aus dem Connecting Europe Facility (CEF) mit sich. Tatsächlich wurden seit 2014 über 8 Milliarden Euro mobilisiert, um essentielle Infrastrukturprojekte zu unterstützen. Geplant ist zudem eine Erhöhung des CEF-Haushalts für Energie von 5,84 Milliarden Euro auf 29,91 Milliarden Euro für den Finanzrahmen 2028-2034.
Die TEN-E-Verordnung, die im Juni 2022 in Kraft trat, bildet das Rückgrat dieser Initiative. Sie zielt darauf ab, die grenzüberschreitende Energieinfrastruktur zu verbessern und die Integration erneuerbarer Energien in den europäischen Markt zu unterstützen. Diese Regelung verpflichtet die Mitgliedstaaten, innerhalb von 3,5 Jahren schnelle Genehmigungsverfahren sicherzustellen. In Deutschland wird diese Aufgabe von der Bundesnetzagentur koordiniert. Hierbei wird höchsten Wert auf Transparenz und öffentliche Beteiligung gelegt, wo öffentliche Anhörungen und Konsultationen gehören.
Die klare Ausrichtung auf Wasserstoffprojekte zeigt sich auch bei dem wieder aufgenommenen SoutH2 Corridor, das den Import von erneuerbarem Wasserstoff aus Nordafrika ermöglicht. Darüber hinaus ist das Projekt „HyPipe Bavaria – The Hydrogen Hub“ als PCI ausgezeichnet worden, um zentrale Wasserstoffproduktionsregionen mit industriellen Abnahmezentren in Süddeutschland zu verknüpfen. Solche Maßnahmen sind entscheidend für die Erreichung der EU-Klimaziele und zur Förderung einer nachhaltigen Energieversorgung, wie energyeuropa.eu hervorhebt.
Mit diesen Schritten zeigt die EU nicht nur ein klares Zeichen für die Unterstützung erneuerbarer Energietechnologien, sondern auch den Willen, die notwendige Infrastruktur zu schaffen, um eine klimaneutrale Zukunft zu ermöglichen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Projekte in den kommenden Jahren entwickeln werden.