Kunden im Chaos: Boataround sorgt für Ärger mit Yachtbuchungen!
Neuenhagen bei Berlin: Aktuelle Probleme mit Yachtcharter-Anbieter Boataround und Vergleich zu Zizoo. Kunden berichten von Schwierigkeiten.

Kunden im Chaos: Boataround sorgt für Ärger mit Yachtbuchungen!
In der Welt der Online-Yachtvermietung scheint der Preis nicht alles zu sein. Dies hat ein Vorfall rund um die Plattform Boataround eindrucksvoll bewiesen. Marcus Neumüller, ein Kunde, der im August eine 40-Fuß-Beneteau in Athen für 2.600 Euro gebucht hatte, erlebte eine böse Überraschung. Kurz vor seinem Abflug erhielt er die Nachricht, dass sein gebuchtes Schiff aufgrund einer ausstehenden Schlussrate von 1.200 Euro nicht freigegeben werde. Die Schiffsbetreiber in Alimos bestätigten, dass dies eine gängige Praxis sei. Neumüller und seine Crew mussten erheblichen Druck auf Boataround ausüben, um die Zahlung der Schlussrate letztlich zu erreichen. Das Geld wurde schließlich eine Stunde vor Ablauf der Frist überwiesen, doch der Vorfall hat einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.
Ähnlich erging es auch anderen Kunden der Plattform. Der Fall von Nico Gast, der im September einen 14-Meter-Katamaran gebucht hatte, zeigt, dass die Probleme kein Einzelfall sind. Gast erhielt anstelle des gebuchten Schiffs ein kleineres Modell und musste für ein Mietauto aus eigener Tasche aufkommen. Eine Rückerstattung für nicht genutzte Segeltage blieb ebenfalls aus. Erst als Gast mit einem Insolvenzantrag drohte, nahm sich Boataround des Problems an. Trotz dieser negativen Erfahrungen haben viele Nutzer auf Plattformen wie Trustpilot positiv über ihre Begegnungen mit Boataround berichtet. Ironischerweise stehen unter den positiven Bewertungen auch etliche kritische Stimmen, die auf ähnliche Probleme hinweisen.
Wirtschaftliche Probleme und die Gefahr eines Wiederholungsfalls
Die Situation bei Boataround könnte besorgniserregende Erinnerungen an die Insolvenz der Yachtcharter-Plattform Zizoo wecken. Während Kunden bei Zizoo zahllose Probleme mit Zahlungen und der Bereitstellung der Yachten berichteten, musste auch hier eine Staatsanwaltschaft in Wien aktiv werden. Berichte über fehlgeleitete Zahlungen und die Auszahlung von Anzahlungen sind keine Seltenheit. Gegen die Geschäftsführerin von Zizoo, Anna Banicevic, wird derzeit wegen Betrugs ermittelt, und es gibt ernsthafte Bedenken hinsichtlich der finanziellen Verhältnisse der Plattform.
Wie der Geschäftsführer von North Sardinia Sail, Simone Morelli, bestätigt, haben zunehmend mehr Charterunternehmen die Zusammenarbeit mit Boataround aufgrund der unklaren Geschäftspraktiken eingestellt. Auch Friedrich Schöchl von Yacht-Pool äußert Bedenken über die wirtschaftlichen Verhältnisse und rät, Frühbucher-Tarife genau zu hinterfragen. Ganz nach dem Motto: „Vertraue, aber prüfe!“
Ausblick: Kunden sollten vorsichtig sein
Angesichts der aktuellen Lage mit Boataround, das bis Ende 2023 Verbindlichkeiten in Höhe von 5,8 Millionen Euro aufweist, sollten potentielle Kunden äußerst wachsam sein. Das Unternehmen hat nicht nur die letztmögliche Bilanzabgabefrist im September ignoriert, sondern reagiert auch nicht auf Anfragen. Es bleibt zu hoffen, dass die gesammelten Erfahrungen sowohl Kunden als auch der Branche helfen, künftige Missgeschicke zu vermeiden. Schließlich gilt: Wer clever plant und sich nicht nur vom Preis blenden lässt, kann auch im Yachtcharter-Geschäft ein gutes Händchen haben.