Häusliche Gewalt in Brandenburg: Alarmierende Zahlen und Hilfsangebote!
Häusliche Gewalt in Märkisch-Oderland steigt. Polizei initiiert Kampagne zur Sensibilisierung und Unterstützung Betroffener.

Häusliche Gewalt in Brandenburg: Alarmierende Zahlen und Hilfsangebote!
Die Statistik zu häuslicher Gewalt in Brandenburg zeigt einen besorgniserregenden Trend: 6.790 Fälle wurden im Jahr 2024 angezeigt, was einem Anstieg von 7,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zahlen bedeuten den höchsten Stand seit fünf Jahren. Auch deutschlandweit ist die Lage alarmierend, mit insgesamt 265.942 erfassten Taten im gesamten Bundesgebiet, wie moz.de berichtet.
Die Statistiken zeigen, dass etwa 70 % der Betroffenen Frauen sind, während rund 30 % Männer Opfer von häuslicher Gewalt werden. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch, da die Anzeigequote in Fällen von Partnerschaftsgewalt oft unter 5 % liegt. Besonders alarmierend ist der hohe Anteil an Körperverletzungs- und Bedrohungsdelikten. Die Polizei in Brandenburg hat daher die Kampagne „Worte statt Wunden – Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren und Betroffenen eine Stimme zu geben, wie die brandenburgische Polizei mitteilt.
Kampagne zur Sensibilisierung und Unterstützung
Im Rahmen dieser Kampagne fanden am 25. November in Strausberg Veranstaltungen statt, bei denen unter anderem die Opferschutzbeauftragte Manuela Wieder sowie Vertreter des Weißen Rings präsent waren. „Häusliche Gewalt ist ein Tabuthema, das mehr Aufmerksamkeit braucht“, betonte Wieder und appellierte an alle, sich aktiv gegen diese Form der Gewalt einzusetzen. Bernhard Grabietz vom Weißen Ring wies darauf hin, dass über die Hälfte der vom Weißen Ring begleiteten Fälle mindestens einen Aspekt von häuslicher Gewalt aufweisen.
Eine Lesung in Strausberg, bei der eine Kurzgeschichte über eine Frau, die von ihrem Partner geschlagen wird, im Mittelpunkt stand, regte zur Diskussion an. Betroffene Frauen berichteten über ihre Erfahrungen und äußerten Kritik an den bestehenden Strukturen, die oft als Hürden auf dem Weg zur Hilfe wahrgenommen werden. Die Kampagne zielt darauf ab, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und sowohl bestehende als auch potenzielle Opfer von häuslicher Gewalt zu ermutigen, sich Hilfe zu suchen.
Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen
Die Zahl der registrierten Delikte geht im Trend mit der bundesweiten Entwicklung konform. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ der Bundeskriminalamt waren allein im Jahr 2024 rund 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Der häufigste Delikt bei diesen Fällen ist die Körperverletzung, und Frauen sind zu 80 % die Betroffenen. Die Polizei und Opferhilfsorganisationen machen weiterhin auf die Wichtigkeit der Thematisierung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit aufmerksam und organisieren Veranstaltungen in Schulen, Seniorentreffs und weiteren öffentlichen Orten.
Für Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind oder Unterstützung benötigen, gibt es wichtige Hilfsangebote. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr erreichbar. Das Angebot ist kostenlos und vertraulich. Maßgeblich ist außerdem die App „Gewaltfrei in die Zukunft e.V.“, die eine wertvolle Unterstützung für Betroffene darstellen kann.
Die aktuellen Entwicklungen in der Statistik sind alarmierend, und es ist klar, dass mehr getan werden muss, um betroffenen Menschen zu helfen und das Tabuthema häusliche Gewalt aus der Dunkelheit zu holen. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann echte Veränderung erzielt werden.