Heute ist der 4.03.2026 und in wenigen Tagen, am 7. März, findet in Frankfurt (Oder) ein spannendes Ereignis statt: der bundesweite Tag der Archive. Unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ wird das Stasi-Unterlagen-Archiv seine Türen öffnen und den Besuchern die Möglichkeit bieten, die Geschichte der Staatssicherheit und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft zu erkunden. Diese Veranstaltung ist nicht nur eine Gelegenheit, die beeindruckenden Bestände des Archivs kennenzulernen, sondern auch, mehr über die Überwachung von Heimatvertriebenen im Bezirk Frankfurt (Oder) zu erfahren, die bis 1989 unter Stasi-Beobachtung standen.
Die Veranstaltung beginnt um 09:00 Uhr und endet um 13:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei und es sind keine besonderen Vorkehrungen nötig, um teilzunehmen. Für die Interessierten werden Führungen durch das Archiv angeboten, die um 09:30 Uhr und 11:30 Uhr starten. Diese Führungen bieten einen tiefen Einblick in die umfangreichen Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit, die über 6.000 laufende Meter umfassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Anträge auf Einsicht in Stasi-Unterlagen zu stellen. Hierfür muss ein gültiges Personaldokument vorgelegt werden.
Einblicke in die Stasi-Akten
Während der Veranstaltung können Besucher nicht nur die Dokumente einsehen, sondern auch Beratung zu Anträgen für verstorbene oder vermisste Angehörige in Anspruch nehmen. Dies ist besonders wichtig für Menschen, die mehr über die Schicksale ihrer Familienmitglieder während der Zeit der SED-Diktatur erfahren möchten. Die Stasi, die 1950 gegründet wurde, war das zentrale Instrument der Repression in der DDR und überwachte die Bevölkerung umfassend.
Der Zugang zu den Stasi-Akten ist seit dem 3. Oktober 1990 geregelt und hat sich als bedeutender Schritt zur Aufarbeitung der Vergangenheit erwiesen. Joachim Gauck, der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen der Staatssicherheit, spielte eine entscheidende Rolle in diesem Prozess. Heute sind rund 51 Kilometer Schriftgut aus den Stasi-Archiven erschlossen und zugänglich, was für Historiker und Betroffene von großer Bedeutung ist.
Veranstaltungen in Frankfurt (Oder) und Leipzig
Die Veranstaltung in Frankfurt (Oder) ist Teil eines größeren bundesweiten Aktionstags, der auch in Leipzig gefeiert wird. Dort finden ebenfalls Führungen und verschiedene Angebote statt, darunter die Aufführung eines Dokumentarfilms und Ausstellungen zu relevanten Themen wie der Umweltbewegung oder dem Leben in der DDR. Auch in Leipzig ist der Eintritt frei und die Beratung zur Antragstellung auf Einsicht in Stasi-Unterlagen wird angeboten.
Ein besonderes Highlight des Frankfurter Archivs sind die umfangreichen Informationen über die Überwachung von Heimatvertriebenen, die in den Führungen thematisiert werden. Diese Thematik ist besonders relevant, da sie die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Vertriebenen und dem SED-Regime beleuchtet.
Für alle, die sich für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte interessieren, bietet dieser Tag eine hervorragende Gelegenheit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung könnte auch dazu beitragen, dass mehr Menschen die Bedeutung der Stasi-Akten für die Geschichte der DDR und der SED-Diktatur erkennen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Stasi-Unterlagen-Archiv und auf der Seite des Bundesarchivs, die diese wichtige Veranstaltung organisiert haben.



