Die Verkehrslandschaft in der Uckermark steht vor einer Wende: Nachdem die Bahnlinie RB 63 Ende 2022 eingestellt wurde, haben das Land Brandenburg und die Landkreise Uckermark und Barnim ein Plus-Bus-Angebot ins Leben gerufen, um diesen Wegfall zu kompensieren. Ab Mitte 2023 rollt der PlusBus-Ring Uckermark und bindet unter anderem Joachimsthal an, während er gleichzeitig die Teillinien 403 (Prenzlau-Schwedt), 468 (Schwedt-Angermünde), 920 (Angermünde-Joachimsthal), 515 (Joachimsthal-Templin) und 502 (Templin-Prenzlau) im Stundentakt miteinander verknüpft, was täglich 15 Fahrtenpaare und 12 am Wochenende bedeutet. Die Umsteigezeiten zur Deutschen Bahn sind durchgehend auf maximal 15 Minuten garantiert, was die Nutzung des ÖPNV komfortabel gestaltet. Wie der Nordkurier berichtet, könnte allerdings das PlusBus-Angebot aufgrund auslaufender Förderungen auf der Kippe stehen.
Die Finanzierungsvereinbarung für dieses vielversprechende Angebot läuft am 31. Mai 2026 aus. Ab dem darauf folgenden Tag sollen die Linien wieder nach dem Fahrplan von 2023 betrieben werden, da die Fahrgastzahlen bisher hinter den Erwartungen zurückbleiben. Eine Evaluation durch den 1. Beigeordneten Frank Bretsch hat ergeben, dass die Linie 515, die 2025 für 306.955 Kilometer und Kosten von rund 681.440 Euro eingeplant war, stark auf der Kippe steht. Ein Antrag auf zusätzliche Mittel für die Fortführung der Linie 920 wurde im Kreistag Barnim abgelehnt, was die Perspektiven für den ÖPNV in der Region trübt.
Positive Rückmeldungen und Herausforderungen
Aber es gibt auch Lichtblicke: Die Linie 502, die bereits als „PlusBus Naturpark“ fungiert, erhält positive Rückmeldungen. Die Anbindung zwischen Prenzlau und Templin wird durch Erweiterungen am Abend und an Wochenenden verbessert. Außerdem bestehen direkte Anschlüsse zum RE3 nach Berlin und Stralsund in Prenzlau, was für Pendler ein Gewinn ist. Die Linie 515 wird weiterhin als „PlusBus Schorfheide“ vermarktet und ersetzt die eingestellte RB 63, wobei auch hier eine Angebotsausweitung ansteht. Die geplanten Verbesserungen sollen die ÖPNV-Nutzung in den ländlichen Gebieten fördern, was von Minister Guido Beermann unterstrichen wird: Er sieht die Notwendigkeit, den ÖPNV in der Uckermark stark zu verbessern.
Die Anbindung wird auch in Zukunft ein zentrales Thema bleiben, insbesondere im Hinblick auf die Mobilitätsbedürfnisse der Anwohner in den weitläufigen Landkreisen. Landrätin Karina Dörk hebt hervor, dass die neuen Linien ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Mobilität darstellen, da sie wichtige Dörfer entlang der Strecke besser erschließen. Dafür sorgt auch die Integration der PlusBus-Linien in die Verkehrsplanung des Landes Brandenburg, wo das Ziel klar ist: Mobilität für alle.
Finanzielle Aspekte und Ausblick
Was kommt nun? Nach dem 31. Mai 2026 wird der öffentliche Personennahverkehr im Landkreis Uckermark voraussichtlich rund 15,5 Millionen Euro kosten, wovon 11,8 Millionen Euro als Eigenanteil des Landkreises eingeplant sind. Dies entspricht 6,3 Prozent der Kreisumlage. Im Klartext: Die Verantwortung für den Erhalt und die Ausweitung der Verkehrsangebote liegt bei den Gemeinden und dem Landkreis Barnim.
Insgesamt ist die Gestaltung der ÖPNV-Zukunft in der Uckermark eine Frage, die sowohl akute Handlungsbedarfe als auch langfristige Strategien erfordert. Die breite Zustimmung zu den neuen PlusBus-Angeboten zeigt, dass hier der richtige Weg eingeschlagen worden ist, um die Mobilität im ländlichen Raum zu steigern. Nur die Zeit wird zeigen, ob diese Bemühungen ausreichen werden, um die notwendigen finanziellen Mittel für eine nachhaltige Verkehrsstrategie zu sichern. Immerhin – so schreibt auch Darum UVG – bleibt die PlusBus-Initiative Diskussionsthema, denn es sind bereits zahlreiche weitere Linien und Verbesserungen in Planung, die die Mobilität in Brandenburg weiter optimieren sollen.