Die Uckermark hat einen bedeutenden Schritt in ihrer touristischen Entwicklung gemacht. In einer Sitzung des Kreistages, die im Februar stattfand, beschlossen die Kreistagsabgeordneten einstimmig die Tourismusstrategie Uckermark 2035. Diese Strategie legt einen klaren Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung des Naturtourismus und zielt darauf ab, sowohl die Bedürfnisse der Einheimischen als auch die der Gäste in Einklang zu bringen. Silke Rumpelt von der Tourismus Marketing Uckermark (TMU) betonte die immense Bedeutung des Tourismus für die Region und die Notwendigkeit, die Aufenthaltsqualität sowie die Willkommenskultur zu steigern.
Ein zentrales Leitmotiv der Strategie ist der Satz „Qualität vor Quantität“. Dies bedeutet, dass die Uckermark nicht nur auf steigende Besucherzahlen abzielt, sondern vor allem auf die Verbesserung der Qualität der Angebote. Laut amtlichen Statistiken kommen in der Region bis zu 64 % der Übernachtungen aus kleineren Beherbergungsbetrieben, bei Freunden oder Verwandten sowie von Tagesgästen. Die TMU plant, regelmäßig Daten zur Wertschöpfung im Tourismus zu erheben, um die Entwicklung bis zum Basisjahr 2025 zu beobachten. Die Ergebnisse dieser neuen Untersuchung werden für Mai 2026 erwartet und sollen mit den Zahlen von 2019 verglichen werden.
Wirtschaftliche Aspekte und Maßnahmen
Im Jahr 2019 erzielte der Tourismus in der Uckermark einen Bruttoumsatz von 274,5 Millionen Euro, wobei die Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe 144,8 Millionen Euro Umsatz generierten. Der Einzelhandel profitierte mit 73,6 Millionen Euro, während die Dienstleistungsanbieter 56,1 Millionen Euro umsetzten. Rund 7440 Menschen arbeiteten direkt im Tourismussektor, was die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges verdeutlicht. Zudem betrug das touristisch bedingte Steueraufkommen im Jahr 2019 etwa 25,7 Millionen Euro, was die finanziellen Vorteile des Tourismus für die Region unterstreicht.
Die neue Tourismusstrategie umfasst insgesamt 34 Maßnahmen, die bis 2035 zur Stärkung des Wirtschaftsfaktors Tourismus beitragen sollen. Dabei werden verschiedene Akteure wie lokale Tourismusvereine, Verwaltungen, Investoren und Multiplikatoren einbezogen. Zu den angestrebten Maßnahmen gehören unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur für den Naturtourismus, die Optimierung von Indoor- und Familienangeboten sowie Lösungen für den Fachkräftebedarf.
Politische Unterstützung und lokale Initiativen
Die Strategie wurde nicht nur in Eigenregie erstellt, sondern erhielt auch starke politische Rückendeckung. Landrätin Karina Dörk hob in der Sitzung die zentrale Rolle des Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der Uckermark hervor. Sie betonte, dass die Verabschiedung der Strategie die Weiterentwicklung der Tourismusaufgabe im Landkreis unterstützen werde. Die Entscheidung, die Strategie ohne externe Beratungsagenturen zu erarbeiten, ermöglicht es, gebündelte Erfahrungen und Fachkompetenzen der Region zu nutzen und eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln.
Die Uckermark hat hiermit die Weichen gestellt, um den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig weiter auszubauen und gleichzeitig die Lebensqualität der Uckermärker zu verbessern. Die Qualität und Vielfalt der touristischen Angebote sollen nicht nur den Gästen zugutekommen, sondern auch die Region insgesamt aufwerten.
Insgesamt zeigt die neue Tourismusstrategie, dass die Uckermark bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen und sich als attraktive Reiseregion zu positionieren. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Maßnahmen auf die touristische Entwicklung bis 2035 auswirken werden. Eine positive Entwicklung könnte nicht nur den Tourismus stärken, sondern auch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen und die lokale Wirtschaft ankurbeln.