In Templin tut sich so einiges in Sachen Inklusion. Ein spannendes Projekt, das den Anfang macht, ist eine inklusive Stadtrallye, die bereits in der Pipeline steht. Die Initiative, die durch die Kampagne „Erfolgreich Weiter“ der Aktion Mensch gefördert wird, zielt darauf ab, die kulturelle Teilhabe für alle Bürger:innen zu verbessern. Marlen Weller-Menzel von der Rasmaschu Kultur- und Bildungsmanufaktur e. V. vermeldet, dass seit April 2025 fleißig am Nachfolgeprojekt des EasyWalk Angermünde gearbeitet wird.
Das Besondere an dieser Stadtrallye ist, dass sie traditionelle Informationsformate auflockern und Barrieren für lernbeeinträchtigte Menschen abbauen möchte. Die digitale Route, die per Smartphone spielbar ist, führt durch eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern Deutschlands und umfasst stolze 16 Stationen. Ziel ist nicht nur das Vermitteln von Faktenwissen, sondern auch die Förderung von Fähigkeiten wie Teamarbeit, Problemlösen und verantwortungsvolles Handeln.
Ein inklusives Erlebnis
Diese inklusive Anlage zielt darauf ab, Menschen mit verschiedenen Vorkenntnissen anzusprechen und für alle zugänglich zu sein. Ein QR-Code-Rollup wird in der Tourismusinformation im alten Rathaus platziert, um die Zugänglichkeit weiter zu erhöhen. Aktuell werden letzte Filmaufnahmen für die Quizstationen durchgeführt, unterstützt durch einen jugendlichen Moderator, der durch das Spiel führt.
Weller-Menzel hebt hervor, wie wichtig das Projekt für das bürgerschaftliche Engagement in der Region ist. Vor allem in Anbetracht der Vision von Kommune Inklusiv, wo es darum geht, dass alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, spielt das Projekt eine zentrale Rolle. Diese Vision erstreckt sich über Altersgruppen, religiöse Hintergründe sowie Herkunft und Behinderung hinweg und möchte für alle Lebensbereiche Verbesserungen schaffen.
Für ein smarteres Miteinander
Aber warum ist Inklusion in Städten so wichtig? Die Notwendigkeit, barrierefreie Lebensräume zu schaffen, ist längst erkannt. Studien zeigen, dass viele Menschen im öffentlichen Raum Barrieren erleben, die an einer Teilhabe hindern. Die Vision einer inklusiven Stadt, wie sie unter anderem von der Smart City Dialog aufgezeigt wird, erfordert eine Gesamtheit an Veränderungen.
Die Stadt der Zukunft könnte mit selbstständig regelnden Ampeln, autonomen Bussen und digitalen Informationstafeln ausgestattet sein. So werden Barrieren begangen, die in der Vergangenheit unüberwindbar schienen. Das „Recht auf Stadt“, wie es der französische Soziologe Henri Lefebvre formulierte, setzt sich dafür ein, dass jede:r die Stadt nach ihren Bedürfnissen erleben kann. Und genau hier liegt die Chance, dass Projekte wie die Stadtrallye einen nötigen Schritt in Richtung echter Teilhabe machen.
Die finale Programmierung der Rallye steht noch aus, aber die Veröffentlichung ist bereits für Mai 2026 eingeplant. Mit diesem neuartigen Ansatz zur kulturellen Teilhabe wird Templin ein Zeichen setzen für ein inklusives Miteinander, das weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlen kann.