Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin Deutschlands, hat sich in den letzten Jahren einen ruhigen Rückzugsort in der Uckermark geschaffen. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in einer Berliner Altbauwohnung, doch ihr Herz gehört einem Wochenendhaus in Hohenwalde, unweit der Stadt Templin. Diese Region ist nicht nur ein Rückzugsort für Merkel, sondern auch ein Teil ihrer persönlichen Geschichte. Templin, wo sie ihre Jugend verbrachte, hat etwa 16.000 Einwohner und ist umgeben von einer malerischen Natur, die geprägt ist von Wäldern, Seen und sanften Hügeln. Die Uckermark, oft als „Toskana des Nordens“ bezeichnet, ist bekannt für ihre unberührte Landschaft und idyllischen Fachwerkhäuser. Merkel beschreibt die Uckermark als ihre Heimat und eine Quelle der Ruhe und Bodenständigkeit. Während ihrer Amtszeit nutzte sie das Wochenendhaus an freien Wochenenden zur Erholung, und seit ihrem Ausscheiden aus der Politik verbringt sie dort vermutlich noch mehr Zeit.
Die enge Verbindung zwischen Merkel und ihrer Heimatstadt Templin zeigt sich auch in der Präsentation ihrer Autobiografie „Freiheit“. Diese fand kürzlich im ausverkauften Multikulturellen Centrum in Templin statt. Merkel stellte ihr Buch vor, das sie zusammen mit ihrer politischen Beraterin Beate Baumann verfasst hat. In der Lesung erinnerte sie sich an ihre Kindheit und schilderte, wie sie von ihrem dritten Lebensjahr bis zum Abitur in Templin aufwuchs. Das Buch mit seinen 736 Seiten beleuchtet ihre Erfahrungen in zwei Phasen: der Diktatur vor 1990 und der Demokratie danach, die beide etwa gleich lang waren.
Erinnerungen an die Kindheit
Merkel sprach über ihre Schulzeit, die von Repressionen durch die Schulleitung und Stasi-Befragungen geprägt war. Ihr Vater, der Pfarrer Horst Kasner, spielte eine wichtige Rolle, indem er die Situation durch einen Anruf bei einem Kirchenjuristen klärte. Besonders nostalgisch erinnerte sie sich an ihren Lieblingsort im Herbst, einen Kartoffeldämpfer, und die unbeschwerte Zeit ihrer Kindheit. In der Lesung reflektierte sie auch über ihre politische Karriere, darunter die Herausforderungen während ihrer Kanzlerschaft, wie die Finanzkrise 2008 und die Flüchtlingskrise 2015. Mit ihrem berühmten Satz „Wir schaffen das“ verteidigte sie ihre Entscheidungen und sprach über die internen und externen Herausforderungen, die sie meistern musste.
Ein Treffen mit der Heimat
Die Buchvorstellung war nicht nur ein literarisches Ereignis, sondern auch eine Rückkehr zu den Wurzeln. Am 15. Januar 2024, einen Tag, an dem sie das Versprechen an die Templiner Ratsdamen einlöste, versammelten sich rund 200 Menschen, um Merkel beim Signieren ihrer Bücher zu sehen. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Städten, und viele brachten Geschenke wie Blumen und Briefe mit. Die Atmosphäre war von Dankbarkeit und Anerkennung für Merkels Rückgrat und politische Haltung geprägt. Ihre Lesung über die Herausforderungen und Erfolge ihrer Kanzlerschaft fand großen Anklang, und der Saal war zu Beginn und am Ende mit Applaus erfüllt.
Merkels Rückkehr nach Templin und die Präsentation ihrer Autobiografie sind nicht nur ein persönliches Comeback, sondern auch ein Zeichen für ihre anhaltende Verbindung zu ihrer Heimat. Templin, das ihr 2019 die Ehrenbürgerwürde verlieh, bleibt ein Ort, der für Merkel sowohl Erinnerungen als auch Inspiration bietet. Inmitten der unberührten Natur der Uckermark findet sie die Ruhe, die sie in ihrer politischen Karriere oft vermisste. Hier erfahren Sie mehr über ihre Verbindung zur Uckermark, und diese Quelle bietet tiefere Einblicke in ihre Autobiografie. Weitere Details zu ihrer Lesung und den Reaktionen der Templiner finden Sie hier.