In der Uckermark steht eine Reform der Apotheken-Notdienste bevor, die ab dem 1. März 2026 in Kraft tritt. Die Inhaberin der Sonnenapotheke in Templin, Sabine Trautwein, hat bereits eine Notdienstsituation erlebt, als eine junge Mutter um halb zwei mit ihrer fiebernden Tochter in die Apotheke kam. Glücklicherweise konnte die Apotheke die benötigten Medikamente schnell bereitstellen. Doch was sich hinter den Kulissen der Apothekenlandschaft abspielt, ist weitaus komplexer.

Die Reform ändert den aktuellen 13-Tage-Rhythmus der Notdienste in einen neuen 20-Tage-Rhythmus. Dies bedeutet, dass die Radien, innerhalb derer die Apotheken liegen, vergrößert werden. Das könnte für viele Kunden eine längere Anfahrt zur nächstgelegenen Apotheke bedeuten. Seit 2022 mussten in Brandenburg bereits 47 Apotheken schließen, und 11 Orte haben ihre einzige Apotheke verloren. Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, sieht die Notwendigkeit dieser Reform, um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen und die Apothekenteams zu entlasten. Die Umstellung wird als Testphase bis Ende des Jahres durchgeführt.

Notdienst und Erreichbarkeit

Die Apothekerkammer hat darauf hingewiesen, dass die Suche nach Notdienstapotheken durch verschiedene moderne Mittel erleichtert wird. So gibt es in der Regel Hinweise auf dienstbereite Apotheken im Schaufenster oder Eingangsbereich der Apotheken selbst. Wer schnell eine Notdienstapotheke in der Nähe finden möchte, kann die Notdienstapothekensuche nutzen. Diese funktioniert durch die Eingabe von Postleitzahl oder Ort und bietet auch individuelle Anfahrtsrouten zur nächstgelegenen Apotheke an. Eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme zur Apotheke wird empfohlen, um sicherzustellen, dass die benötigten Arzneimittel verfügbar sind. Dies zeigt, wie sich die Nutzung von Mobiltelefonen zur Information über Nacht- und Notdienste zunehmend etabliert hat. Weitere Informationen sind auf der Website der ABDA verfügbar.

Für eine schnelle Auffindung von Notdienstapotheken gibt es verschiedene Wege, wie man diese erreichen kann. So kann man beispielsweise unter 22833 von jedem Handy anrufen (69 ct/min), aus dem deutschen Festnetz unter 0800/0022833 kostenfrei anrufen oder einfach per SMS „apo“ an 22833 senden. Auch mobiler Internetzugriff über www.22833.mobi ist möglich.

Ausblick auf die Apothekenreform

Im Kontext dieser Veränderungen ist auch die bevorstehende Apothekenreform von Bedeutung, die darauf abzielt, die Apotheken vor Ort zu stärken. Diese sind nicht nur für die Arzneimittelversorgung wichtig, sondern auch für die gesundheitliche Daseinsvorsorge. Ziel der Reform ist es, Apotheken von unnötiger Bürokratie zu befreien und deren wirtschaftliche Situation zu verbessern. Zudem sollen die Kompetenzen der Apotheken breiter genutzt werden, um ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot zu schaffen.

Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Impfungen in Apotheken zu höheren Impfquoten führen können. Eine politische Zusage zur Honorarerhöhung wurde bereits gegeben, und diese wird im kommenden Jahr erneut auf die Tagesordnung kommen. Dies könnte einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Stabilisierung der Apotheken in Brandenburg leisten.

Insgesamt zeigt sich, dass die geplanten Änderungen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Apothekenlandschaft in der Uckermark mit sich bringen. Die Anpassungen sind notwendig, um auch in Zukunft eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Weitere Informationen zur aktuellen Situation und zur Apothekensuche finden Sie in den Artikeln des Nordkurier und auf der Webseite der Landesapothekerkammer Brandenburg. Außerdem können Sie sich über die Bundesgesundheitsministeriumsseite weiter informieren.