Am 2. Januar 2026 wird Marek Wöller-Beetz (CDU) offiziell das Amt des Bürgermeisters von Prenzlau antreten. Der bisherige Erste Beigeordnete übernimmt mit viel Elan die Amtsgeschäfte und wird die bürgernahe Verwaltungspolitik seines Vorgängers Hendrik Sommer fortführen. Dabei legt er besonderen Wert darauf, die Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. „Das ist mir wichtig“, so Wöller-Beetz. Ein zentraler Baustein seiner Agenda ist der Bau eines 34 Kilometer langen Radwegs zwischen Prenzlau und Templin, der voraussichtlich 2029 eingeweiht werden soll, sofern die Planung und Finanzierung reibungslos verlaufen. Das Land Brandenburg hat bereits eine 100-prozentige Förderung für dieses Projekt zugesagt und zeigt damit, dass nachhaltiger Verkehr und touristische Attraktivität Hand in Hand gehen können.

Doch Wöller-Beetz hat nicht nur die Infrastruktur im Blick. Die Stadt hat ein ehemaliges Fischereigrundstück am Unteruckersee erworben, das künftig für touristische Zwecke und die Bürger nutzbar gemacht werden soll. Hier sind unter anderem ein Tretbootverleih, gastronomische Angebote und sogar ein Standort für Hausboote in Planung. Gespräche über den Tretbootverleih stehen bereits an, mit der Aussicht, diese Initiative vor dem Sommer 2026 zu starten.

Medizinische Versorgung im Fokus

Ein besonders drängendes Thema ist die medizinische Versorgung in der Region. Wöller-Beetz plant, die Attraktivität Prenzlaus für junge Ärzte zu erhöhen. Dazu gehören finanzielle Anreize sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität. Erste Initiativen sind bereits ins Leben gerufen worden, darunter ein Imagevideo für Ärzte und eine engere Zusammenarbeit mit dem Landkreis.

Der Landkreis Uckermark plant indes, die Verantwortung für die beiden Kliniken in Prenzlau und Angermünde selbst zu übernehmen. Hintergrund ist die unzureichende stationäre medizinische Versorgung unter dem bisherigen Träger, der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG). Der Kreistag hat bereits die notwendigen Schritte beschlossen, um in Eigenverantwortung zu handeln. Dies ist umso dringlicher, als die Kliniken sich in einer finanziellen Schieflage befinden und zuletzt nur durch einen Zuschuss von zwei Millionen Euro des Landkreises eine Insolvenz abgewendet werden konnte.

Die Landrätin Karina Dörk (CDU) hat betont, dass viele Ärzte die Krankenhäuser verlassen haben, nachdem der Sanierungsplan der GLG bekannt wurde. Der Plan wird als nicht umsetzbar angesehen und hat bereits einen „massiven Vertrauensverlust“ in die GLG zur Folge gehabt, wie die Dörk anmerkt. Die Notwendigkeit einer besseren medizinischen Versorgung ist in ländlichen Regionen besonders akut, wie auch die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrer Analyse der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum unterstreicht.

Die Herausforderungen ländlicher Regionen

Die medizinische und pflegerische Versorgung ist gerade in ländlichen Gebieten häufig unzureichend, da es weniger Gesundheitsversorgungseinrichtungen gibt und die Anfahrtswege für Patienten oft lang sind. Viele Schwächen, wie der Mangel an Kinderärzten und die hohe Krankheitslast, sind in diesen Regionen gesondert zu betrachten. Innovative Versorgungskonzepte sind gefragt, um bestehende Lücken zu schließen. Lösungen wie telemedizinische Angebote und mobile Dienstleister könnten hierbei eine Schlüsselrolle spielen.

Wöller-Beetz hat sich zum Ziel gesetzt, auch die Innenstadt von Prenzlau zu beleben. Eine wichtige Maßnahme ist die Umgestaltung des Platzes vor dem Kino, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Digitalisierung und Klimaschutz haben ebenfalls einen hohen Stellenwert auf seiner Agenda, insbesondere die IT-Sicherheit und nachhaltige Lösungen.

Mit der Übernahme der Verantwortung für die Kliniken und den Initiativen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung könnte Wöller-Beetz die Weichen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung stellen. Erfolg wird letztlich von der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Politik, Bevölkerung und Unternehmen abhängen. Die Zeit wird zeigen, ob seine Ansätze Früchte tragen.