In Prenzlau war das vergangene Wochenende ganz im Zeichen des Karnevals, und die Stimmung war trotz des regnerischen Wetters prächtig. Der Närrische Umzug, organisiert vom Prenzlauer Carneval Club e.V. (PCC), zog zahlreiche Schaulustige an und bot Musik sowie Kamelle. Am Sonntag übergab Silvio Grensing, der über 26 Jahre lang als Präsident des PCC gedient hat, feierlich die Amtskette und die Narrenkappe an seine Nachfolgerin Monique Jackwitz. Grensing blickt auf fast 40 Jahre Karnevalszeit zurück, während Jackwitz als erste Frau an der Spitze des PCC eine neue Ära einläutet.

Der Umzug selbst wurde von zwei Schalmeien-Kapellen begleitet, darunter die „Zum Fuchsgrund“ aus Petershagen und die Rossower Schalmeien. Grensing, der das Programm moderierte, hielt emotionale Abschiedsworte und reflektierte die Veränderungen im Fasching während seiner Amtszeit. Seine Familie, einschließlich seiner Frau Ramona und Tochter Vivien, verabschiedete sich endgültig aus dem Verein, was diesen Moment besonders bewegend machte.

Faschingsnacht in der Uckerseehalle

Zusätzlich zum Umzug fand in der Uckerseehalle eine Faschingsnacht unter dem Motto „Himmlisch wird’s beim PCC – von der Antike bis zum Uckersee“ statt. Diese Veranstaltung, die ebenfalls vom PCC organisiert wurde, bot ein festliches Programm mit antiken und mythischen Dekorationen. Grensing eröffnete die Feierlichkeiten mit einem dreifachen „Primis Lavia“ und erhielt Lob für seine 47-jährige Tätigkeit im PCC. Bürgermeister Marek Wöller-Beetz trat als Zeus auf und übergab Grensing symbolisch das Olympische Feuer.

Das Showprogramm war ein Höhepunkt der Veranstaltung und dauerte fast drei Stunden, inklusive Garde- und Showtänzen sowie humorvollen Einlagen. Kostüme, die von Olympischen Göttern bis zur Unterwelt reichten, zeigten die Kreativität der Teilnehmer. Diese Faschingszeit bot nicht nur eine Flucht aus dem Alltag, sondern stärkte auch das Gemeinschaftsgefühl und die kulturelle Identität der Teilnehmer.

Die Tradition des Karnevals

Karnevals- und Faschingsfeiern haben ihre Wurzeln in vorchristlichen Zeiten. Ähnlich wie die römischen Saturnalien und griechischen Dionysien, die Rollentausch und Maskeraden beinhalteten, symbolisieren auch die heutigen Feierlichkeiten eine Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen. Der Begriff „Karneval“ leitet sich vom italienischen „Carnevale“ ab, was „Fleisch, lebe wohl“ bedeutet, und verweist auf das bevorstehende Fasten. In Deutschland wird das Fest oft als „Fasching“ bezeichnet, ein Begriff, der von „Fastenschank“ abgeleitet ist.

Die Feierlichkeiten variieren stark zwischen den Regionen, und während der Straßenkarneval im Rheinland eine besondere Bedeutung hat, finden in anderen Teilen Deutschlands ebenfalls einzigartige Feste statt. Diese kulturellen Ausdrucksformen zeigen, wie eng die Traditionen mit der lokalen Identität verwoben sind. Trotz der Kommerzialisierung, die in den letzten Jahren zugenommen hat, bleibt Karneval ein bedeutendes gesellschaftliches Phänomen, das auch politischen Diskurs und gesellschaftliche Reflexion fördert.

Die Feierlichkeiten im Prenzlauer Carneval Club sind somit nicht nur ein fester Bestandteil der regionalen Kultur, sondern auch Teil eines umfangreichen Netzwerks von Traditionen, die in Europa und darüber hinaus zu finden sind. Ob in Prenzlau oder anderswo, die Karnevalszeit bleibt ein wichtiger Moment zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und zur Feier des Lebens.