Am Abend des 7. Februar 2026 wurde die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau zu einem Einsatz gerufen, der sich im Gewerbegebiet Nord ereignete. Ein Passant hatte kurz vor 18 Uhr ein merkwürdiges Flackern an einem Windrad bemerkt und daraufhin die Polizei informiert. Vor Ort stellte die Feuerwehr eine Flamme in der Gondel des Windrades fest, die jedoch schnell als harmlos eingestuft wurde. Der Einsatzleiter entschied sich, eine Drohne einzusetzen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern und die Situation genauer zu beurteilen. Das Ergebnis der Drohnenaufnahme offenbarte, dass es sich lediglich um das Licht der Positionsleuchte handelte, was für alle Beteiligten eine Erleichterung war. Der Bürgermeister, Marek Wöller-Beetz, war ebenfalls vor Ort und begleitete die Einsatzkräfte. Der Einsatz endete um 19.45 Uhr.
Diese Situation wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die mit dem Betrieb von Windenergieanlagen verbunden sind. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am Neujahrstag 2026 in Süttorf, wo das Maschinenhaus eines 20 Jahre alten Windrades in Brand geriet. Der Brand wurde gegen 13 Uhr gemeldet, und brennende Teile stürzten aus einer Höhe von rund 100 Metern auf einen Acker. Die Feuerwehr Ostheide stellte fest, dass der Brand aufgrund der Höhe nicht gelöscht werden konnte, und der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Glücklicherweise bestand keine Gefahr für die Bevölkerung, doch zur Ursache des Brandes konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind in einem Bericht von NDR zu finden.
Besondere Herausforderungen bei Einsätzen an Windkraftanlagen
In Deutschland stehen mittlerweile fast 20.000 Windenergieanlagen, die für die Feuerwehr oft ungewohnte Herausforderungen mit sich bringen. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat hierzu eine neue Fachempfehlung veröffentlicht, um Feuerwehrführungskräfte bei Einsätzen in Windenergieanlagen zu unterstützen. Rudolf Römer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer des DFV, erläutert, dass es in der Regel zwei feuerwehrrelevante Notfallarten gibt: Brände und technische Hilfe. Technische Hilfe umfasst dabei auch die Unterstützung des Rettungsdienstes für erkranktes oder verletztes Montage- oder Wartungspersonal.
Einige wichtige Erkenntnisse aus der Fachempfehlung beinhalten, dass Einsätze an Windenergieanlagen nicht routinehaft sind und eine sorgfältige Vorbereitung erfordern. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme der bestehenden Anlagen im Einsatzgebiet sowie die Einbindung der Feuerwehr in die Bauplanungsphase. Bei Bränden sollte die Feuerwehr nur dann Löschversuche unternehmen, wenn der Brand im Turmfuß oder Übergabehäuschen stattfindet, unter Berücksichtigung der Brandbekämpfung bei Hochspannung. Weitere Informationen zu den Empfehlungen finden sich auf der Webseite des DFV.
Die Vorfälle in Prenzlau und Süttorf verdeutlichen die Notwendigkeit, dass sowohl die Feuerwehr als auch die Betreiber von Windkraftanlagen eng zusammenarbeiten, um die Sicherheit in der Nähe dieser großen Anlagen zu gewährleisten. Während solche Einsätze oft beruhigend enden, ist die Vorbereitung und Schulung der Einsatzkräfte von größter Bedeutung.