Die Geschichte der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ist eng verwoben mit ihren Mitgliedern und deren Identitäten. Eine wichtige Ressource, die einen Überblick über diese Mitglieder bietet, ist die Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern. Diese Liste bietet jedoch nur einen unvollständigen Einblick in die Personen, die der DAP bzw. der NSDAP ab 1925 angehörten und die in Wikipedia gelistet sind. Die Mitglieder sind nach ihrer Mitgliedsnummer geordnet, beginnend mit der niedrigsten. Die umfassenden Daten sind im Bundesarchiv am Standort Berlin-Lichterfelde verwahrt, wo die NSDAP-Zentralkartei und die NSDAP-Gaukartei aufbewahrt werden.
Beide Karteien wurden um 2020 vollständig digitalisiert und bieten damit einen wertvollen Zugang zu historischen Informationen. In der Gaukartei sind über 8 Millionen Karten erhalten, während die Zentralkartei mehr als 4 Millionen Karten umfasst. Es ist bemerkenswert, dass etwa 80 bis maximal 90 Prozent der Parteimitglieder über diese Karteien nachweisbar sind. Weitere Quellen zur Ermittlung von Mitgliedsnummern sind parteistatistische Fragebögen, Parteikorrespondenz sowie Personalakten der SS und verschiedener Ministerien.
Digitale Zugänge und Recherchemöglichkeiten
Ein weiterer wichtiger Schritt in der Zugänglichkeit dieser historischen Daten ist die Online-Suchfunktion, die seit Mitte März 2026 über das amerikanische Nationalarchiv bereitgestellt wird. Über 16 Millionen digitale Objekte zur NSDAP-Mitgliederkartei sind nun online verfügbar. Die Suche kann nach verschiedenen Kriterien wie Nachname, Vorname oder Wohnort erfolgen, und ist ohne Antrag und Account für alle zugänglich. Es ist zu beachten, dass die Server aufgrund der hohen Nachfrage zeitweise überlastet sind.
Die Online-Suche führt nicht direkt zu den Mitglieds-Karteikarten, sondern zu digitalisierten Mikrofilmen. Hierbei kann die automatische Texterkennung manchmal Probleme bereiten, da sie Namen falsch lesen kann. Außerdem sind rund 20 Prozent der Kartei verloren gegangen, was die Forschung erschwert.
Das Bundesarchiv und seine Bestände
Das Bundesarchiv in Deutschland stellt Informationen zur NSDAP-Mitgliederkartei unverändert zur Verfügung. Recherchen sind auf Antrag möglich und stehen im Einklang mit den gesetzlichen deutschen Schutzfristen, die 100 Jahre nach Geburt oder zehn Jahre nach Tod einer Person gelten. Ziel des Bundesarchivs ist es, die Kartei online zu stellen, sobald diese Fristen ablaufen.
Die originale NSDAP-Mitgliederkartei, die seit 1994 im Bundesarchiv aufbewahrt wird, wurde aufwändig digitalisiert und steht in hochauflösender Form zur Verfügung. Anfragen können schriftlich oder digital gestellt werden, wobei die rechtlichen Voraussetzungen zu beachten sind. Für wissenschaftliche und amtliche Anfragen sowie zur historischen Bildungsarbeit besteht die Möglichkeit, vor Ort in Berlin-Lichterfelde zu recherchieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte der NSDAP und ihrer Mitglieder durch verschiedene Archive und digitale Angebote zugänglich gemacht wird. Diese Ressourcen bieten wertvolle Einblicke in die Vergangenheit, sind jedoch auch von den Herausforderungen der Verfügbarkeit und der Erhaltung betroffen.