In der Uckermark gibt es derzeit positive Entwicklungen im Bereich der Gesundheitsversorgung. Die Landrätin Karina Dörk (CDU) hat kürzlich das Krankenhaus in Prenzlau besucht und äußerte sich optimistisch über die Zukunft der Einrichtung. Begleitet von den ärztlichen Direktoren Dr. Ruth Mähl und Dr. Christoph Arntzen sowie weiteren Vertretern, wurde dabei die neue finanzielle Situation des Medizinisch Sozialen Zentrums (MSZ) Uckermark besprochen. Seit dem 1. Januar hat der Landkreis Uckermark den GLG-Mutterkonzern als Hauptgesellschafter abgelöst, was zu einer wesentlichen Verbesserung der Gehälter für die nichtärztlichen Beschäftigten führen wird. Ab 2026 werden die Gehälter rückwirkend angehoben, was für viele Angestellte eine monatliche Erhöhung von etwa 1.000 Euro bedeuten kann.

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Personalgewinnung gelegt, da die schlechte Vergütung im GLG-Verbund zu einem Verlust von etwa 50 Mitarbeitern seit 2024 führte. Um dem entgegenzuwirken, werden Anreize geschaffen: Mitarbeiter, die neue Kollegen werben, erhalten eine Prämie von 1.000 Euro, während neue Mitarbeiter über einen Zeitraum von 1,5 Jahren 3.000 Euro erhalten. Zudem wird die Kapazität der Intensivstation durch die Verstärkung des Teams ab dem 1. März auf 70-80% steigen. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da die Notaufnahme in Prenzlau seit dem 4. Januar an keinem Tag abgemeldet werden musste, und die Auslastung der 101 vorhandenen Betten hat sich von 50% im Jahr 2024 auf nunmehr 75-80% erhöht.

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Verbesserungen im Pflegebereich

Die jüngsten Tarifabschlüsse für den öffentlichen Dienst bringen weitere Verbesserungen für die Beschäftigten in kommunalen Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Ab April 2025 wird eine Anhebung der Tabellenentgelte um 3% erwartet, mindestens jedoch 110 Euro monatlich. Diese Erhöhung wird im Mai 2026 um weitere 2,8% ergänzt, wobei insbesondere die unteren Entgeltgruppen überproportional profitieren werden. Zudem können alle Beschäftigten ab 2027 einen zusätzlichen Urlaubstag in Anspruch nehmen. Diese Entwicklungen sind ein Schritt in die richtige Richtung und helfen, die Attraktivität der Berufe im Gesundheitswesen zu steigern.

Die geplante Jahressonderzahlung, die ab 2026 in Höhe von 90% für die unteren Entgeltgruppen und 85% für höhere Gruppen gezahlt wird, ist ein weiteres Indiz für die Bemühungen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auch die Schichtzulagen werden angehoben, was die Belastungen der Mitarbeiter in diesem Bereich berücksichtigen soll. In der gesamten Branche wird eine unbefristete Übernahme von Auszubildenden bei „befriedigend“ und Bedarf angestrebt, was die Perspektiven für junge Fachkräfte erheblich verbessert.

Die Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung

Die aktuellen Entwicklungen im Uckermark Krankenhaus stehen im Kontext der bundesweiten Krankenhausfinanzierung. Krankenhäuser, die im Landeskrankenhausplan aufgenommen werden, erhalten von den Krankenkassen eine Erstattung der Behandlungskosten. Die Vergütung erfolgt über das DRG-System, das auf einem Katalog mit etwa 1.300 abrechenbaren Fallpauschalen basiert. Seit 2020 werden die Kosten für Pflegepersonal nicht mehr über Fallpauschalen vergütet, sondern über ein kostendeckendes Pflegebudget, was eine wichtige Reform darstellt.

Die Einführung des DRG-Systems hat zu mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit in der Krankenhausversorgung geführt, auch wenn es auf der anderen Seite Fehlanreize erzeugen kann. Die geplante Krankenhausreform zielt darauf ab, diese Fehlanreize zu mindern, wobei die Einführung einer Vorhaltevergütung eine zentrale Maßnahme darstellt. Diese soll sicherstellen, dass bedarfsnotwendige Krankenhäuser unabhängig von der erbrachten Leistung aufrechterhalten werden können.

Insgesamt zeigt sich, dass die Uckermark auf einem guten Weg ist, die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren und zu verbessern. Die geplanten Maßnahmen und die positiven Entwicklungen im Tarifbereich sind Schritte in die richtige Richtung, um die Daseinsfürsorge für die Bevölkerung langfristig zu sichern. Weitere Informationen sind in dem Artikel über die Nordkurier und auf öffentlicher-dienst-news.de zu finden. Für vertiefte Einblicke in die Krankenhausfinanzierung bietet das Bundesgesundheitsministerium weitere Informationen.