Am kommenden 26. November 2023 wird der Kreistag Barnim entscheidende Weichen für die medizinische Versorgung in der Region stellen. Im Fokus stehen die Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) sowie das Medizinisch Soziale Zentrum (MSZ) Uckermark. Dabei handelt es sich nicht nur um formale Angelegenheiten, sondern um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Uckermark, die in den letzten Jahren durch hohe Entlassungszahlen und massive Kommunikationsprobleme schwer belastet war. Bereits vor einem Jahr wurden umfassende Sanierungspläne angekündigt, die auf starken Widerstand bei Beschäftigten, Bürgern und Kommunalpolitikern stießen. Diese Proteste führten dazu, dass geplante Umbauten, wie die Umwandlung des Krankenhauses Prenzlau in eine geriatrische Fachklinik, zurückgenommen wurden, wie Nordkurier berichtet.

Um die Situation weiter zu stabilisieren, plant der Landkreis Uckermark, ab 1. Januar 2026 die Mehrheit von 87,5 Prozent der Anteile am MSZ Uckermark zu übernehmen. Im Gegenzug reduziert man die Anteile an der GLG von 25,1 auf 16,9 Prozent. Ziel ist es, das Kreiskrankenhaus Prenzlau in seiner aktuellen Form zu erhalten, um die Grundversorgung in der Region langfristig sicherzustellen. Der designierte Geschäftsführer des MSZ, Mike Förster, wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Finanzielle Unterstützung zur Stabilisierung

Die finanzielle Situation des MSZ Uckermark hat sich jüngst verbessert. Die drohende Insolvenz konnte abgewendet werden, wie die GLG mitteilt. Der Landkreis stellt zunächst 2 Millionen Euro bereit und weitere 2 Millionen Euro sind verbindlich für die Jahre 2025 und 2026 zugesagt. Diese Mittel dienen der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität und sichern den Fortbestand des GLG Kreiskrankenhauses Prenzlau in der bisherigen Struktur, wie GLG Gesundheit betont.

Um die medizinische Infrastruktur in ländlichen Regionen wie der Uckermark nachhaltig zu sichern, ist es entscheidend, dass das Kreiskrankenhaus Prenzlau als zentrale Anlaufstelle für Grund- und Notfallversorgung bleibt. Angesichts des demografischen Wandels und der damit verbundenen Herausforderungen, vor allem die steigende Zahl älterer Menschen, sind Konzepte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung unerlässlich.

Wichtigkeit der Versorgung im ländlichen Raum

Die medizinische und pflegerische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge, insbesondere in ländlichen Regionen, wo die Anzahl an Gesundheitsversorgungseinrichtungen im Vergleich zu städtischen Zentren oft begrenzt ist. Eine hohe Krankheitslast bei älteren Menschen und lange Anfahrtswege zu spezialisierten Ärzten sind hier alltägliche Herausforderungen. Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen muss unabhängig vom Wohnort gewährleistet sein, wie die Bundeszentrale für politische Bildung unterstreicht. Daher sind innovative Versorgungsmodelle, wie Telemedizin und mobile Gesundheitsdienstleister, gefragt, um die Gesundheitsversorgung in solchen Regionen zu optimieren und die Abwanderung der Bevölkerung zu verhindern.

Entscheidungen zur künftigen Struktur und Finanzierung der GLG und des MSZ Uckermark stehen also an, und sie sind von grundlegender Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Region. Das Zeitfenster für die Zustimmung des Barnimer Kreistags sowie der Stadtverordneten aus Eberswalde ist knapp, um potentielle Mittel in Höhe von bis zu vier Millionen Euro zu sichern und damit die Weichen für eine nachhaltige medizinische Versorgung in der Uckermark zu stellen.