Die Uckermark steht vor einer großen Herausforderung im digitalen Zeitalter: Die Bürger fordern schnelle und leistungsfähige Gigabit-Internetanschlüsse. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung ist ein stabiler Internetanschluss für viele Berufstätige, insbesondere Freiberufler, unerlässlich. In diesem Zusammenhang wurden 104 Millionen Euro aus Steuermitteln für den Breitbandausbau in der Uckermark bewilligt, was die Bedeutung des Projekts unterstreicht. Doch wie steht es um den tatsächlichen Fortschritt?
Hans-Peter Buschheuer aus Oberuckersee hat am 4. Juni 2025 beim Landratsamt nach dem Stand des Ausbaus gefragt und erhielt die Information, dass die Auftragsvergabe im Juli 2025 entschieden werden sollte. Leider gibt es bisher keine nennenswerten Fortschritte. Die Leerrohre für den Ausbau wurden bereits vor über einem Jahr verlegt, jedoch verzögern laufende Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht den weiteren Verlauf. Das Gericht hat den Landkreis gebeten, bis zur Entscheidung im Vergabeverfahren keinen Zuschlag zu erteilen, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Eine aktuelle Verzögerung von etwa einem Jahr wird erwartet.
Der Weg zum Gigabitnetz
Im Rahmen des Weißen-Flecken-Förderprogramms sollen bis Ende 2024 Breitbandanschlüsse für insgesamt 11.465 Haushalte, 83 Unternehmen, 55 Schulen und 41 sonstige Institutionen im Landkreis Uckermark bereitgestellt werden. Dies ist Teil eines umfassenden Projekts, das eine Gesamtfinanzierung von 176.725.096,00 Euro umfasst, wobei 106.035.057,00 Euro aus Bundesförderungen stammen. Der Landkreis trägt einen Eigenanteil von 2,33%, was etwa 2,4 Millionen Euro entspricht.
Die geplanten Baumaßnahmen beinhalten den Ausbau von ca. 1.686 Kilometern Tiefbau, 3.557 Kilometern Leerrohren und 3.777 Kilometern Glasfaser. André Reichow, Amtsleiter und Breitbandkoordinator, hat bereits eine baldige Prüfung des Sachstands angekündigt. Die Fertigstellung des laufenden Breitbandausbaus im Weißen-Flecken-Programm ist bis Juni 2026 vorgesehen. Nach Abschluss dieses Programms soll der nächste Schritt der Ausbau der „grauen Flecken“ erfolgen, der weitere 11.453 Haushalte betrifft.
Bedeutung der digitalen Infrastruktur
Die digitale Infrastruktur wird zunehmend wichtig für die Zukunftsfähigkeit ländlicher Regionen. Ein Zugang zu schnellem Internet verbessert nicht nur die Effizienz in der Landwirtschaft, sondern auch im Produktionsmanagement und in der Vermarktung. Breitbandversorgung ist entscheidend für die Schaffung von Arbeitsplätzen in nichtlandwirtschaftlichen Unternehmen und steigert die Attraktivität von Dörfern. Dies ist besonders relevant, da die EU bis 2030 Gigabit-Netze für alle Haushalte und 5G für alle besiedelten Gebiete anstrebt.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, flächendeckende Glasfaser-Versorgung (FTTH) und den neuesten Mobilfunkstandard zu etablieren. In ländlichen Gebieten, wie der Uckermark, sind öffentliche Förderungen notwendig, um die hohen Investitionskosten zu decken und den digitalen Anschluss nicht zu verlieren. Der Digitalfonds unterstützt den Ausbau, der durch Erlöse aus 5G-Lizenzversteigerungen finanziert wird.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, da eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts innerhalb der nächsten drei bis vier Monate erhofft wird. Die Bürger der Uckermark sind gespannt, ob die angekündigten Maßnahmen und Förderungen bald zu den erhofften Fortschritten im Breitbandausbau führen werden. Für die Zukunft der Region ist ein moderner Breitbandanschluss nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.
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