In der Uckermark zeigt sich ein besorgniserregender Anstieg der Geschwindigkeitsübertretungen im Jahr 2025. Rund 45.700 Autofahrer wurden durch mobile Geschwindigkeitsüberwachung erfasst, das sind 4.500 mehr als im Jahr 2024. Frank Bretsch, der Erste Beigeordnete (SPD) und zuständig für die Bußgeldstelle des Landkreises, berichtete von insgesamt 1.111 durchgeführten Geschwindigkeitskontrollen, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den 891 Kontrollen im Vorjahr darstellt. In der Folge wurden 42.316 Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, was ebenfalls einen Anstieg darstellt im Vergleich zu 38.765 Verfahren im Jahr 2024.
Besonders alarmierend ist, dass 423 Fahrverbote verhängt wurden, während es im Jahr 2024 noch 447 waren. Ein gravierender Verstoß wurde dabei dokumentiert: Ein Autofahrer wurde mit 133 km/h in einem Tempo-50-Bereich geblitzt. Bretsch äußerte, dass Appelle an Autofahrer nicht überall fruchten, insbesondere bei Geschwindigkeitsverstößen vor Schulen und Kindergärten, und appellierte an Verkehrsteilnehmer, beim Vorbeifahren an haltenden Schülerbussen vorsichtig zu sein. Der Landkreis setzt auf einen Enforcement-Trailer und ein mobiles Blitzgerät zur Geschwindigkeitsüberwachung, wobei es in der Vergangenheit auch Anschläge auf beide Blitzer gab, die einen Schaden von knapp 20.000 Euro verursachten.
Einnahmen aus Bußgeldern steigen
Die Einnahmen aus Buß- und Verwarnungsgeldern stiegen auf circa 2,1 Millionen Euro in 2025, im Vergleich zu 1.976.847 Euro in 2024. Dieses Geld kann zwar nicht zweckgebunden verwendet werden, fließt jedoch in Präventionsmaßnahmen und die Kosten der Bußgeldstelle. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in anderen Regionen wider, wie die Jahresstatistik 2024 des Bayerischen Polizeiverwaltungsamtes zeigt. Dort wurden 1.955.769 Verstöße festgestellt, was einen Rückgang um 1,69 Prozent im Vergleich zu 2023 bedeutet, während die Gesamteinnahmen aus Bußgeldverfahren mit rund 153 Millionen Euro nahezu konstant blieben.
Ein interessanter Punkt ist, dass die Novelle der Bußgeldkatalogverordnung, die seit Ende 2021 in Kraft ist, zu höheren Bußgeldern, insbesondere bei Geschwindigkeitsübertretungen, geführt hat. Dies hat auch dazu geführt, dass viele Verwarnungen in Anzeigen umgewandelt wurden, was die Anzahl der erlassenen Bußgeldbescheide auf 918.807 im Jahr 2024 reduzierte, im Vergleich zu 1.005.437 im Jahr 2023.
Verkehrssicherheit im Fokus
Die steigenden Zahlen an Geschwindigkeitsverstößen und die damit verbundenen Konsequenzen stehen im Kontext der Verkehrssicherheitsbestrebungen in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt kamen im Jahr 2024 insgesamt 2.770 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Dies stellt einen Rückgang der Verkehrstoten um mehr als 80 Prozent seit 1970 dar. Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer „Vision Zero“ das ehrgeizige Ziel, bis 2030 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu senken.
Ein zentraler Bestandteil dieser Bemühungen ist der 2021 ins Leben gerufene „Pakt für Verkehrssicherheit“, der von Bund, Ländern und Gemeinden getragen wird. Das Verkehrssicherheitsprogramm wird alle zehn Jahre aktualisiert und legt den Fokus auf die Nutzung von modernster Technologie, wie automatisiertem und vernetztem Fahren, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Auch die Förderung von Fahrerassistenzsystemen und die Verbesserung der Straßeninfrastruktur sind Teil der Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu erhöhen.
In der Uckermark sind diese Entwicklungen besonders relevant, da hier die Verkehrssicherheit durch verstärkte Kontrollen und Präventionsmaßnahmen weiter gefördert werden soll. Die aktuellen Herausforderungen in der Verkehrssituation erfordern ein gemeinsames Handeln aller Verkehrsteilnehmer, um Unfälle und Verstöße zu minimieren.