Mit dem Anstieg der Temperaturen beginnt für viele Amphibien die Zeit des Erwachens aus der Winterstarre. Diese Tiere, zu denen Kröten, Frösche und Molche zählen, machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Die idealen Bedingungen für ihre Wanderung sind Nachttemperaturen von etwa 6 Grad Celsius und Regen. In der Uckermark, insbesondere im Naturpark Uckermärkische Seen, verläuft ein bedeutender Wanderschwerpunkt entlang der Lychener Chaussee, im Boitzenburger Land, in der Höhe des Hölzernen Krugs. Hier sind Naturschützer aktiv, die sich in diesem Jahr bereits zum dritten Mal um den Aufbau eines Amphibienschutzzauns kümmern, um die Tiere auf ihrem Weg zu schützen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Der Zaun wird am 27. Februar ab 13 Uhr aufgebaut, und die Organisatoren suchen dringend nach freiwilligen Helfern. Die Umsetzung erfolgt durch das Ausrollen der Zaunfolie, die in einer Rille versenkt und mit Erde beschwert wird. Zudem werden Metallstangen zur Befestigung verwendet. Fangeimer werden alle zehn Meter auf der straßenabgewandten Seite des Zauns eingegraben, um die wandernden Tiere zu erfassen. Diese Eimer sind entscheidend, da die Tiere hineinfallen, wenn sie versuchen, den Zaun zu umgehen. Die Fangeimer werden bis Ende April täglich kontrolliert, und jedes Tier wird nach Art und Geschlecht erfasst, bevor es sicher über die Straße gebracht wird.
Gefahren und Herausforderungen für Amphibien
Die größte Gefahr für die Amphibien sind nach wie vor die Straßen, auf denen jährlich tausende Tiere überfahren werden. Aktuelle Informationen deuten darauf hin, dass milde Luftströmungen und Regen die Amphibien hervorlocken, während in den nördlichen und östlichen Teilen Deutschlands noch Schnee und Frost präsent sind. Dies führt dazu, dass die Laichwanderung in diesen Regionen verzögert wird. Erste Sichtungen von Spring- und Grasfröschen sowie Bergmolchen wurden bereits am Oberrhein gemeldet. Experten erwarten den Höhepunkt der Wanderungen jedoch nicht vor Mitte März. Nähere Informationen dazu bietet der NABU.
Die Problematik ist jedoch nicht nur temporär: Der Rückgang der Amphibienpopulationen führt zu einem Ungleichgewicht im Ökosystem. Die Kröten spielen eine Schlüsselrolle, indem sie Insektenpopulationen regulieren und Nährstoffe zwischen Lebensräumen transportieren. Schutzmaßnahmen wie temporäre Fangzäune, Straßensperrungen und organisierte Helfereinsätze sind notwendig, um die Tiere während ihrer Hauptwanderungszeit, die von Mitte Februar bis Anfang April dauert, zu schützen.
Engagement und innovative Ansätze
Die Naturschutzbehörden und Umweltverbände koordinieren diese Schutzmaßnahmen und mobilisieren Freiwillige zur Unterstützung. Interessierte können sich bei lokalen Naturschutzgruppen oder beim NABU/BUND melden, um einen Beitrag zu leisten. Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich; die Saison dauert in der Regel zwei bis drei Monate. Zudem bietet der NABU einen Wissens-Kurs an, um den Umgang mit Amphibien und deren Unterscheidung zu erlernen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite zur Krötenrettung 2026.
Mit dem Blick auf die Zukunft ist es wichtig, langfristige Strategien zu entwickeln, die den Schutz der Amphibien gewährleisten. Dazu zählen die Erhaltung natürlicher Lebensräume, die Schaffung permanenter Schutzkorridore und der Einsatz von technologischen Innovationen wie GPS-gestützten Frühwarnsystemen und automatisierten Leitsystemen. Der Umgang mit diesen Herausforderungen erfordert gemeinsames Engagement und eine informierte Öffentlichkeit, um die wertvollen Amphibienpopulationen langfristig zu sichern.