Heute ist der 12.02.2026
Der Streicheltierhof im Pritzwalker Hainholz hat in den letzten Monaten für viel Aufsehen gesorgt. Im Dezember und Januar gab die Stadt Pritzwalk rund 22.500 Euro für den Betrieb der beliebten Einrichtung aus. Diese Summe wurde notwendig, nachdem der Verein Natur, Landschaft und Denkmalpflege (NLD) die Verantwortung für den Hof abgab und die Stadt die 0,7 Hektar große Anlage selbst übernahm. In den ersten beiden Monaten nach dem Betreiberwechsel konnten im Durchschnitt etwa zehn Besucher pro Tag gezählt werden.
Aktuell leben auf dem Streicheltierhof circa 170 Tiere, darunter Kaninchen, Schafe, Ziegen, Hängebauchschweine, Pfauen, Enten, Frettchen und Meerschweinchen. Der Tierbestand wurde jedoch von über 350 Tieren auf weniger als die Hälfte reduziert. Dies stellt die Stadt vor die Herausforderung, die laufenden Kosten, die sich auf rund 16.000 Euro für drei Mitarbeiter und etwa 3.600 Euro für Betriebskosten belaufen, zu decken. Weitere Kosten in Höhe von 3.200 Euro sowie Spenden von etwa 300 Euro mindern die Gesamtsumme kaum.
Die Herausforderungen des Betriebs
Der Finanzausschuss hat sich intensiv mit den Ausgaben für den Streicheltierhof beschäftigt. Gordon Eisen (BLR) äußerte Bedenken hinsichtlich der langfristigen Kosten und der Zukunft der Einrichtung. Ralf Sperling (AfD) fordert eine Neuausrichtung und Anpassung des Tierbestands. Christopher Nowak, Sachbereichsleiter Soziales, kündigte an, den Fokus auf pflegeleichte einheimische Tierarten zu legen. Christa Pfeifer (Freie Wähler) sieht Handlungsbedarf bei den Einnahmen und fordert ein schlüssiges Konzept sowie mehr Ehrenamtliche zur Unterstützung. Allerdings warnt die Stadt vor einer schnellen Lösung über Ehrenamt, da das Tierwohl und die aufwendige Organisation im Vordergrund stehen.
Eine geplante Arbeitsstelle für einen Asylsuchenden im Streicheltierhof kam nicht zustande, was die Situation zusätzlich kompliziert. Die Stadt setzt nun auf eine bessere Besucherzahl in der Sommersaison, um die Einnahmen zu steigern. Der Eintritt bleibt kostenfrei, und die Öffnungszeiten im Winter sind täglich von 11 bis 14.30 Uhr.
Ein beliebtes Ausflugsziel
Der Streicheltierhof ist nicht nur ein Ort der Tierbegegnung, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Großeltern, Spaziergänger und Tierfreunde. Städtische Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen besuchen regelmäßig den Hof. Die Stadt hat zudem im Haushaltsplan die Betriebskosten für den Streicheltierhof berücksichtigt, um die Versorgung der Tiere mit Futter und Tierarztleistungen sicherzustellen.
Die Übernahme des Streicheltierhofs durch die Stadt Pritzwalk erfolgte offiziell am 1. Dezember 2025, nachdem die Stadtverordnetenversammlung im Februar 2023 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Der Verein NLD Streckenthin hatte bereits im Jahr zuvor angekündigt, die Betriebsführung ab Januar 2026 nicht mehr gewährleisten zu können. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, die Situation nachhaltig zu gestalten und den Hof zukunftsfähig zu machen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen rund um den Streicheltierhof finden Sie in unserem Artikel auf maz-online.de und auf der offiziellen Webseite der Stadt Pritzwalk pritzwalk.de.

