In der malerischen Stadt Perleberg wird die Sankt-Jacobi-Kirche derzeit von umfangreichen Bauarbeiten am Kirchturm geprägt, die sich leider verzögern. Ursprünglich war geplant, dass die neuen Glocken zu Ostern erklingen, doch die Bauarbeiten im Turm haben sich als komplexer herausgestellt, als zunächst angenommen. Rilana Gericke vom Evangelischen Kirchenkreis Prignitz informiert, dass die Arbeiten seit Herbst letzten Jahres laufen, während das Geläut der Kirche schweigt.
Die beiden bisherigen Stahlglocken, die seit 1917 und 1922 in der Kirche hingen, wurden am 17. November 2023 mit einem Kran aus 36 Metern Höhe entfernt. Zusammen wogen sie 1.828 Kilogramm, wobei die kleinere Glocke 669 kg und die größere 1.159 kg wogen. Diese Glocken waren Ersatz für Vorgängerglocken, die 1916 beim Brand des Kirchturms zerstört wurden. Das aktuelle Bauprojekt wird seit mehr als zehn Jahren geplant und hat nun die entscheidende Phase erreicht. Ein neuer Ringanker aus Beton wurde installiert, um die Stabilität des Turms zu gewährleisten, jedoch verzögerten sich die Arbeiten aufgrund niedriger Temperaturen.
Fortschritte und Herausforderungen
Im Rahmen der Bauarbeiten wurde ein 36 Meter hohes Baugerüst sowohl außen als auch innen am Kirchturm errichtet. Bürgermeister Axel Schmidt hat sich bereits über den Stand der Bauarbeiten informiert. Am 17. November kam es zur ersten größeren Sperrung des Kirchplatzes, während die Glocken abgebaut wurden. Die Zufahrt von der Krämerstraße zum Großen Markt bleibt jedoch gewährleistet, die Straße rund um die Kirche wird komplett gesperrt.
Die Bauarbeiten sind in drei Abschnitte unterteilt: Zunächst wird die Außenfassade saniert, danach erfolgt der Einbau der neuen Glocken und schließlich der Treppenaufgang. Die nächste Vollsperrung ist für Anfang Dezember geplant, um den neuen Ringanker zu bauen. Während der Bauarbeiten kann es auch zu weiteren Sperrungen kommen, jedoch wird darauf geachtet, dass keine Vollsperrungen an Markttagen oder während des Weihnachtsmarktes stattfinden. Die Gemeinde bittet um Spenden für den Treppenbau, und ein Spendenkonto wurde eingerichtet (IBAN DE36 1605 0101 1311 0001 07, Zweck: Gesamtkirchengemeinde Perleberg-Land Kirchturm/Glocken).
Die neuen Glocken und ihre Geschichte
Nach der Sanierung werden künftig sechs Bronzeglocken im Turm hängen, deren Gewichte zwischen 500 und 3.250 kg liegen. Diese Glocken stammen aus einer entwidmeten katholischen Kirche in Essen und lagern seit vier Jahren in Perleberg. Interessanterweise hatte die Sankt-Jacobi-Kirche im Mittelalter bereits fünf Bronzeglocken, was die historische Bedeutung des Geläuts unterstreicht.
Die neuen Glocken werden direkt auf dem neuen Dielenboden aufgestellt, während die drei kleineren Glocken von zusätzlichen Balken in der Decke hängen. Der Glockenstuhl wird nach dem Einbau der Glocken erstellt, und ein Probeläuten ist geplant, bevor die Glocken offiziell in Betrieb genommen werden. Die feierliche Einweihung wird nun auf den 21. Juni 2026 im Rahmen eines Gemeindefestes verschoben, was die Vorfreude auf das Ereignis nur erhöht.
Für die Bürger von Perleberg wird die Sanierung der Sankt-Jacobi-Kirche nicht nur eine technische Errungenschaft, sondern auch ein kulturelles Ereignis, das die Verbundenheit zur Geschichte und Tradition der Stadt symbolisiert. Während der Bauarbeiten wird die Gemeinde aktiv in den Prozess eingebunden, um ein Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhalts zu fördern. Weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt sind auf der Webseite der Stadt Perleberg zu finden: Stadt Perleberg.
Die Herausforderungen, die mit der Sanierung verbunden sind, zeigen, wie wichtig es ist, historische Bauten zu erhalten und sie an moderne Standards anzupassen. Das Engagement der Gemeinde und die Unterstützung durch die Stadtverwaltung sind entscheidend für den Erfolg dieses Projekts. Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die Sankt-Jacobi-Kirche wird bald wieder mit ihrem vollen Klang und ihrer historischen Pracht erstrahlen, und die Bürger können sich auf ein unvergessliches Fest freuen.