Die traditionsreiche Senfmanufaktur auf dem Großen Markt in Perleberg hat geschlossen, doch das ist nicht das Ende für den berühmten Perleberger Senf. Geschäftsführer Jan Lange von der Genesis GmbH hat versichert, dass die Produktion des Perleberger Senfs weiterhin stattfinden wird. Aktuell wird die Manufaktur in der Wittenberger Straße in Perleberg ausgebaut, um den Betrieb zu verlagern und zu modernisieren.
Ein Grund für die Schließung auf dem Großen Markt liegt im mangelnden Zulauf. Perleberg hat nicht die touristische Kaufkraft, die sich die Betreiber erhofft hatten. Umso spannender ist die Eröffnung eines Hofladens in der Alten Ölmühle in Wittenberge, wo regionale Produkte angeboten werden. Hier wird auch ein Senflabor als Schaumanufaktur installiert, das den Besuchern die Möglichkeit bietet, die Senfproduktion live zu erleben.
Eine lange Geschichte des Perleberger Senfs
Die Geschichte des Perleberger Senfs reicht bis ins Jahr 1896 zurück. Er gilt als die älteste eingetragene Marke der Stadt Perleberg und hat im Laufe der Jahre verschiedene Produktionsstandorte durchlebt, unter anderem in Stavenhagen und Altenburg. 2020 kehrte die Produktion durch die Familie Lange zurück nach Perleberg, wo sie nach dem Originalrezept in Handarbeit hergestellt wird.
Ursprünglich gab es bei der Übernahme vor sechs Jahren lediglich zwei Senfsorten. Heute bietet die Manufaktur neun verschiedene Sorten an, darunter beliebte Varianten wie Meerrettich, Knoblauch und Honig-Dill. Auch die Manufaktur selbst war ein beliebter Ort, an dem Besucher im hellen Gastraum Kaffee und Kuchen genießen oder ein Mittagessen einnehmen konnten. Im Hofladen konnten die Gäste nicht nur Senf, sondern auch das Herzbräu-Bier aus der Alten Ölmühle und viele weitere regionale Produkte erwerben.
Ausblick und neue Möglichkeiten
Die Schließung der Manufaktur auf dem Großen Markt wirft Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die leerstehende Ladenfläche. Die Stadt Perleberg zeigt sich jedoch interessiert an einer neuen Nutzung, möglicherweise in Richtung Gastronomie. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG führt bereits hoffnungsvolle Gespräche über einen neuen Mietvertrag für die Fläche.
Während die Senfmanufaktur in der Wittenberger Straße ausgebaut wird, bleibt die Tradition des Perleberger Senfs lebendig. Die Manufaktur bietet nicht nur einen Einblick in die Senfproduktion, sondern auch eine Verbindung zur regionalen Kultur und Geschichte. Die thematischen Stepenitz-Kahnfahrten, die von Mai bis Oktober stattfinden, laden dazu ein, die Umgebung zu erkunden und die kulinarischen Köstlichkeiten der Region zu genießen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, während die Manufaktur am Samstag und Sonntag geschlossen bleibt.
Für alle Senf-Liebhaber und neugierigen Besucher bleibt der Perleberger Senf ein fester Bestandteil der regionalen Identität, der auch in Zukunft viele Gaumen erfreuen wird. Mehr Informationen finden Sie in den Berichten des Nordkurier, Regional Prignitz-Ruppin und Die Prignitz.