Der Volkstrauertag in Perleberg war erneut ein bewegender Anlass zur Erinnerung an die Opfer der Kriege. Am diesjährigen Gedenktag, der am 21. Januar 1953 seinen Ursprung hatte, wurden die Männer Walter Zander, Willy Voss, Willy Kursch, Heinrich Bonk, Heinz Wienicke und Paul Sill geehrt. Diese sechs tapferen Männer verloren damals ihr Leben, als sie in Oranienburg versuchten, eine Fliegerbombe zu entschärfen. Ihr Versuch misslang und sie kehrten nicht lebend nach Hause zurück, was die Gemeinde tief erschütterte. An diesem Tag wurde auf dem Waldfriedhof Perleberg ein Gedenkstein für sie aufgestellt, wie der Nordkurier berichtet.
Beim Gedenken am Volkstrauertag wandte sich Bürgermeister Axel Schmidt an die Anwesenden. Er erinnerte nicht nur an die Schicksale der Männer, sondern auch an die vielen noch heute in Deutschland verstreuten Bomben und Kriegsüberreste. „Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt“, mahnte Schmidt und machte auf die anhaltenden Konflikte in der Welt aufmerksam, insbesondere in Ländern wie der Ukraine, dem Sudan und dem Jemen. Auf dem Waldfriedhof sind über 300 Opfer der beiden Weltkriege beigesetzt, darunter zahlreiche namentlich Unbekannte.
Geschichten, die berühren
Ein besonders bewegender Moment war der Gedenken an die kleine Helene Schutzius. Geboren am 10. Februar 1945, starb sie tragischerweise am 12. März 1945 auf der Flucht – nur 31 Tage alt. Ihre Geschichte steht stellvertretend für all die unschuldigen Opfer, die durch Kriege und Konflikte ihr Leben verloren haben.
Die musikalische Gestaltung des Gedenkens übernahm der Perleberger Posaunenchor, der mit emotionalen Klängen den Raum erfüllte. Anschließend fand in der Kapelle auf dem Waldfriedhof ein Gedenkgottesdienst statt, der dazu einlud, innezuhalten und der Verstorbenen zu gedenken.
Die Gräber der Opfer
Auf dem Städtischen Friedhof in Oranienburg, nicht weit von Perleberg, ruhen nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten. Viele zivilen Opfer, die den verheerenden Bombenangriffen zum Opfer fielen, haben ihre letzte Ruhestätte hier gefunden. Insgesamt sind dort 229 Personen bekannt, die bei den Bombenangriffen in Oranienburg im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, wie das Denkmalprojekt festhält.
Die Namen vieler Opfer sind verzeichnet. Doch es gibt auch viele Unbekannte, deren Geschichten möglicherweise nie erzählt werden können. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wie auf Volksbund zu erfahren ist, luchst sich darum, die Erinnerung an alle Gefallenen wachzuhalten. Jede Grabschrift ist ein Mahnmal für Frieden und Versöhnung, unabhängig davon, welcher Seite der Gefallene angehörte.
Die Gedenkfeiern in Perleberg und Oranienburg bringen nicht nur die Vergangenheit in Erinnerung, sondern schaffen auch einen Raum für die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft. „Möge die Erinnerung niemals erlöschen“, so schließen die Worte des Bürgermeisters in das Gedächtnis der Anwesenden ein.