Am Montag, dem 10. November 2025, machte sich in Wittenberge alles bereit für den großen Umbau rund um den Bahnhof. Ein Hubschrauber sollte heute über den Bahngleisen kreisen, um etwa 30 neue Signalmasten zu installieren. Doch das Wetter spielte nicht mit: Aufgrund dichten Nebels in Hamburg konnte der Helikopter nicht starten. Projektleiter Julian Fassing beruhigte jedoch, dass das Wetter in Wittenberge ideal gewesen wäre und die Bauarbeiten trotz dieser Wetterpanne nicht in Verzug geraten werden, wie Nordkurier berichtet.
Die Arbeiten an den Signalmasten sind für mehrere Tage eingeplant, möchten die Verantwortlichen jedoch bei passendem Wetter nur rund zwei Tage in Anspruch nehmen. Bereits abmontierte alte Signalmasten liegen neben der Strecke, während die neuen Modelle des Herstellers Hitachi auf ihren Einsatz warten. Diese Masten, die zwischen 400 und 550 Kilogramm wiegen und bis zu fünf Meter hoch sind, werden mit Hilfe des Hubschraubers an ihre Plätze befördert, während die Arbeiter sie mit Seilen ausrichten.
Umfassende Modernisierung
Mit dem Umbau im Wittenberger Bahnhof wird auf eine umfassende Renovierung des gesamten Abschnitts zwischen Hamburg und Berlin hingearbeitet. Von August 2025 bis April 2026 finden umfangreiche Arbeiten an Oberbau, Leit- und Sicherungstechnik, sowie an insgesamt 28 Verkehrsstationen statt. Die Strecke ist 278 Kilometer lang und trägt täglich das Gewicht von etwa 470 Zügen, darunter 110 Fernverkehrs- und 270 Regionalzüge. Eine große Herausforderung ist die hohe Belastung und die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h, die die Gleise stark abnutzen, so Deutsche Bahn.
Insgesamt werden im Rahmen dieser Generalsanierung 678 Signale erneuert, 165 Kilometer Gleise verlegt und 249 neue Weichen installiert. Sechs Stellwerke werden erneuert, zusätzlich gibt es 19 Modernisierungen. Über die Hälfte der neuen Signalmasten wird zusätzlich gesetzt; die restlichen sind Austauschsignale, die dazu beitragen, die Signalisation zu verbessern und den Bahnhof sicherer zu machen. Die Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Wichtige Infrastrukturmaßnahmen
Mit den neuen Signalen und der umfangreichen Modernisierung wird nach Abschluss der Bauarbeiten die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs insgesamt steigen. Die Signale agieren wie Ampeln und zeigen Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Fahrkommandos an. Zudem sind unter den Signalen Magneten angebracht, die automatisch eine Bremsung einleiten, sollte ein Signal missachtet werden.
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin wird nicht nur modernisiert, sondern ist auch von einer umfassenden Renovierung weiterer Abschnitte sowie der Installation einer neuen Mobilfunktechnologie betroffen. Das „Future Railway Mobile Communication System“ (FRMCS), das auf 5G basiert, wird ebenfalls eingeführt. Diese Maßnahme soll die Kommunikationsinfrastruktur entlang der Strecke verbessern und ist Teil einer Initiative zur Erhöhung der Sicherheit und Effizienz im Bahnverkehr.
Die nächsten Schritte in Wittenberge hängen nun von der baldigen Durchführung der Hubschraubereinsätze und den Wetterbedingungen ab. Der Zeitplan sieht vor, dass die Bauarbeiten zügig vorangetrieben werden, damit der Bahnhof im nächsten Jahr in neuem Glanz erstrahlen kann und der Zugverkehr wieder zuverlässig aufgenommen werden kann.