Der FDGB-Pokal der Jugend 1955, ein bedeutender Wettbewerb für junge Talente in der DDR, wurde in einer Übergangsrunde (ÜR) ausgetragen, da die reguläre Saison 1954/55 ausfiel. Diese vierte Auflage des Pokalwettbewerbs richtete sich an Spieler im Alter von 16 bis 18 Jahren und wurde vom FDGB in Verbindung mit dem Jugendausschuss der Sektion Fußball der DDR organisiert. Der Wettbewerb begann am 17. August 1955 und endete am 7. Oktober 1955 mit dem Finale im Stadion der Hüttenwerker in Stalinstadt, wo die BSG Rotation Babelsberg ihren ersten Titel erringen konnte.
Insgesamt nahmen 18 Sportvereinigungen an dem Turnier teil, darunter auch der Pokalverteidiger. Die Teilnahmebedingungen sahen vor, dass Spieler bis zum 18. Lebensjahr, mit Stichtag 1. Januar 1937, spielberechtigt waren. Die Entscheidung über den Pokalsieger fiel im K.-o.-System und nicht in einem Endrundenturnier. Die ersten Spiele der Ausscheidungsrunde fanden am 17. August 1955 statt, wobei bemerkenswerte Ergebnisse wie der 11:0-Sieg der BSG Wismut Gera gegen die BSG Post Karl-Marx-Stadt fielen.
Wettbewerbsverlauf und Ergebnisse
Die Spiele am 28. August 1955 brachten weitere spannende Begegnungen. Der SC Wissenschaft Halle trat gegen die BSG Aufbau Südwest Leipzig an, während ZSK Vorwärts Berlin die BSG Lokomotive Oschersleben herausforderte. Leider mussten die BSG Empor Halle und die BSG Traktor Wriezen aus dem Wettbewerb genommen werden, da sie Spieler des Jahrgangs 1936 eingesetzt hatten.
Am 11. September 1955 kam es zu weiteren entscheidenden Begegnungen, darunter das Aufeinandertreffen der BSG Rotation Babelsberg gegen den SC Wissenschaft Halle. Schließlich, im Finale am 7. Oktober 1955, setzte sich die BSG Rotation Babelsberg mit 3:1 gegen die BSG Wissenschaft Halle durch, was den ersten Titel für Babelsberg in diesem Wettbewerb sicherte. Die Aufstellung der siegreichen Mannschaft um Trainer Paul Bauschke umfasste Spieler wie Helmut Salzwedel und Klaus Benkert.
Ein Blick auf die Vorgeschichte
Der FDGB-Pokal der Jugend 1955 war nicht nur ein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines größeren Kontextes im DDR-Fußball. Die vorherige Saison, der 5. FDGB-Pokal 1954/55, hatte bereits zahlreiche spannende Spiele hervorgebracht. In der 1. Hauptrunde konnte beispielsweise die BSG Motor Zwickau mit 3:1 gegen die BSG Wismut Gera gewinnen. Diese Wettbewerbe trugen erheblich zur Entwicklung junger Talente in der DDR bei und bildeten eine wichtige Grundlage für den Fußball in der Region.
Der Pokal 1955 war zudem die letzte Austragung für die Altersklasse 16–18. Ab 1956 wurde der Fokus auf die Altersklasse 14–16 (B-Jugend) verlagert, was eine signifikante Veränderung in der Nachwuchsarbeit des DDR-Fußballs darstellte. Der FDGB-Pokal war somit nicht nur ein Sportereignis, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der sportlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR.
Heute, am 29. März 2026, in Bad Wilsnack, blicken wir auf diese spannende Zeit im deutschen Fußball zurück und schätzen die Bedeutung solcher Wettbewerbe für die Förderung junger Talente. Die Geschichten und Erfolge der damaligen Zeit leben in den Erinnerungen der Fans fort und zeigen, wie der Fußball die Kultur und Identität einer ganzen Generation prägte. Für weitere Informationen zu diesem Thema werfen Sie einen Blick auf die Wikipedia-Seite über den FDGB-Pokal der Jugend 1955 und die Website über den FDGB-Pokal 1954/55.

