In Wittstock/Dosse stehen bedeutende Veränderungen im Gesundheitswesen bevor. Zum 1. Januar 2027 wird der KMG-Krankenhausstandort geschlossen, was auf die gesetzlichen Vorgaben der aktuellen Krankenhausreform zurückzuführen ist. Dies hat jedoch auch positive Aspekte, da die Fachabteilungen der Inneren Medizin, insbesondere Kardiologie und Gastroenterologie, ab Ende 2026 am Standort Pritzwalk des KMG Klinikums Nordbrandenburg weitergeführt werden. Gesundheitsministerin Britta Müller hat betont, dass die medizinische Versorgung in Wittstock auch in Notfällen sichergestellt wird.

Ein zukunftsweisendes Projekt ist die geplante Poliklinik in Wittstock, die vom Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg betrieben wird. Das Land Brandenburg investiert insgesamt 24 Millionen Euro in den Bau dieser neuen Einrichtung, während die Stadt Wittstock zusätzlich etwa 3 Millionen Euro beisteuert. Die Poliklinik soll im „Produktionsgebäude 1905“ bis 2030 errichtet werden und als Modell für ländliche Regionen dienen. In diesem Zusammenhang kündigte Infrastrukturminister Detlef Tabbert die Sanierung der ehemaligen Tuchfabrik als neuen Gesundheitsstandort an.

Versorgungssicherheit und neue Strukturen

Die bestehende Rettungswache in Wittstock wird aufgestockt, und ab dem 1. April 2026 wird eine kardiologische Zweigpraxis eingerichtet. Auch die chirurgische Praxis am bisherigen Krankenhausstandort bleibt bestehen und wird weiterhin Orthopädie, Chirurgie und die D-Arzt-Versorgung abdecken. Der Bürgermeister von Wittstock, Dr. Philipp Wacker, hebt die Notwendigkeit einer gleichwertigen Lösung für die Gesundheitsvorsorge hervor, während die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) die langfristige Perspektive der neuen Poliklinik betont und zahlreiche Zulassungsmöglichkeiten für verschiedene Fachrichtungen in Wittstock sieht.

Die AOK Nordost unterstützt den Erhalt der wohnortnahen Grundversorgung, wobei die Notwendigkeit einer langfristig gesicherten Finanzierung hervorgehoben wird. Alexander Lottis, Geschäftsführer des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg, hat seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit für den Betrieb der neuen Poliklinik erklärt. Zudem kündigte Stefan Eschmann, Vorstandsvorsitzender der KMG Kliniken, an, dass die kardiologische Versorgung ab April 2026 sichergestellt wird und eine eigene Dienstsäule für Notärzte in Wittstock geplant ist.

Hintergrund der Reformen

Die Entwicklungen in Wittstock sind Teil einer umfassenderen Reform im deutschen Gesundheitswesen. Das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung (NotfallG) zielt darauf ab, die Notfallversorgung neu zu ordnen und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten, Notaufnahmen und Bereitschaftsdiensten zu verbessern. Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) schafft die rechtlichen Grundlagen für die neue Krankenhausreform und regelt Qualität, Vergütung und Strukturwandel. Diese Initiativen sind entscheidend, um die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen stabil und modern zu gestalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schließung des KMG-Krankenhauses in Wittstock zwar eine Herausforderung darstellt, jedoch auch Chancen für eine neue, zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung bietet. Die geplante Poliklinik und die damit verbundenen Maßnahmen zielen darauf ab, die wohnortnahe Grundversorgung zu sichern und Versorgungslücken zu schließen. Der Weg ist geebnet für eine moderne Gesundheitslandschaft in Wittstock, die als Vorbild für andere ländliche Regionen dienen könnte.

Mehr Informationen zu den Hintergründen der Krankenhausreform finden Sie unter Bundesgesundheitsministerium.

Dieser Artikel basiert auf den Informationen von AOK Nordost sowie Ärzteblatt.