Ein großer Verlust für die Musikwelt und die Gemeinde Rheinsberg: Hartmut Grosch, der langjährige Kantor und Organist, ist am 22. Januar 2026 im Alter von 84 Jahren nach einer langen Krankheit verstorben. Grosch war eine prägende Figur in der Kirchenmusik und hat das musikalische Leben in Rheinsberg über Jahrzehnte hinweg mitgestaltet. Geboren 1941 in Delitzsch, Sachsen, studierte er Kirchenmusik in Halle und trat dann seine beeindruckende Laufbahn an, die ihn durch verschiedene Städte wie Doberlug, Anklam und Greifswald führte, bevor er 1989 in Rheinsberg heimisch wurde. Hier wurde er zum ersten Kirchenmusiker der Gemeinde seit dreißig Jahren und nutzte sein Engagement, um die musikalische Arbeit wiederaufzubauen, die über die Jahre in den Hintergrund gedrängt worden war. Wie maz-online.de berichtet, war Grosch nicht nur für die Gründung einer Kantorei, sondern auch für die Etablierung von Bläserchören und Flötengruppen verantwortlich.

Sein Engagement für die alte Scholtze-Orgel von 1767, die er rettete, und die Anschaffung einer neuen, modernen Orgel, zeugen von seiner Passion und seinem Einsatz für die Musik. Grosch spielte eine Schlüsselrolle bei der Wiederbelebung der Pfingstmusiktage in den 90er Jahren und initiierte einen beliebten Orgelkurs für angehende ehrenamtliche Organisten. Darüber hinaus setzte er sich für die Rettung malader Orgeln in der Region ein und half Gemeinden, die unter finanziellen Schwierigkeiten litten. Diesbezüglich hebt gossner-mission.de hervor, dass Grosch nicht nur in Deutschland aktiv war, sondern auch in Indien, wo er viele Jahre lang Orgeln betreute, reparierte und neue Orgeln baute.

Ein Erbe der Kirchenmusik

Eine ganz besondere Verbindung hatte Grosch zur indischen Gossner Kirche, wo er den kirchenmusikalischen Austausch förderte. Er brachte nicht nur traditionelle Adivasi-Bhajans nach Deutschland, sondern begeisterte auch junge Menschen in Indien für Kirchenmusik und deren Engagement im Orgelbau. Zuletzt verabschiedete er einen jungen Inder, der gerade seine dreijährige Ausbildung in „Orgelpflege und Orgelreparatur“ abgeschlossen hatte. Für seine Verdienste wurde Grosch 2009 mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens geehrt und durfte sich 2007 auch über die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Rheinsberg freuen.

Groschs unermüdlicher Einsatz für die Kirchenmusik und himmlische Klänge ging auch nach seinem offiziellen Ruhestand 2013 weiter. So blieb er trotz gesundheitlicher Einschränkungen der Musik verbunden und nahm zumindest gelegentlich an Konzerten und Gottesdiensten teil. Wie ekd.de anmerkt, nimmt die Orgel in unserer Kultur eine tragende Rolle ein und Groschs Wirken hat dazu beigetragen, dieses kulturelle Erbe in der Region zu bewahren und zu fördern.

Der Tod von Hartmut Grosch hinterlässt eine große Lücke nicht nur in der Rheinsberger Gemeinde, sondern auch im Bereich der Kirchenmusik insgesamt. Sein Engagement, seine Leidenschaft und seine unermüdliche Arbeit an der Orgel werden in Erinnerung bleiben und seine zahlreichen Ensembles werden sein bewegtes musikalisches Leben weiterhin lebendig halten.