In Brandenburg ist derzeit viel Bewegung rund um den Rückbau des Kernkraftwerks Rheinsberg, dem ersten seiner Art in der ehemaligen DDR. Seit dem Jahr 1995, fünf Jahre nach der Abschaltung, wird hier an der Rückbauaktion gearbeitet, die als äußerst komplex und aufwändig gilt. Die Kosten belaufen sich bis jetzt auf satte 850 Millionen Euro, und die Voraussicht liegt bei weiteren 20 Jahren Arbeitszeit, bis alles abgeschlossen ist. Wie Tagesschau berichtet, begannen die Bauarbeiten für das Kernkraftwerk bereits 1957 mit Unterstützung der Sowjetunion, und am 9. Mai 1966 nahm es seinen Betrieb auf. Die Herausforderungen sind vielfältig: Rund 70.000 Tonnen Beton müssen auf ihre Radioaktivität hin untersucht werden, wobei das Brandenburger Umweltministerium bereits im Dezember 2024 Proben aus radioaktivem Schlamm untersagte.
Aktuell sind etwa 130 Mitarbeiter mit dem Rückbau beschäftigt, wobei es an Personal und Budget nicht mangelt. Mehrere technische Schwierigkeiten machen dem Team jedoch zu schaffen. Neben den finanziellen Aspekten sind auch neue Messwerte für die Radioaktivität ein großes Thema, die eine Anpassung der Rückbaupläne erforderten. Ein kürzlicher Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, das im Oktober 2025 eine atomrechtliche Anordnung stoppte, zeigt, dass es noch einige Hürden zu nehmen gibt.
Langfristige Perspektiven
Der vollständige Rückbau des Kernkraftwerks wird auf mindestens 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Damit wird für die Region ein bedeutendes finanzielles Engagement erwartet, wo der Bund für die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung von radioaktiven Abfällen verantwortlich ist, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hervorhebt. Laut BAFA müssen Betreiber jährlich Rückstellungen für die Stilllegung und den Rückbau nachweisen, um Klarheit über die Finanzierung zu gewährleisten. Diese Verantwortung wird besonders wichtig, da Kernkraftwerke in Deutschland bis Ende 2022 abgeschaltet werden mussten – eine Vorgabe, die sich durch den Ukraine-Krieg neu bewertet.
Großartige Fortschritte gibt es nicht nur in Rheinsberg, sondern auch beim Rückbau des Kernkraftwerks Greifswald. Wie EWN GmbH berichtet, wurde dort ebenfalls in den 1990er Jahren mit dem Rückbau begonnen, und alle Arbeiten sollen möglichst von eigenem Personal erbracht werden. Hierzu wurden spezielle Einrichtungen zur Demontage und Reststoffbehandlung geschaffen, was den Rückbauprozess weiter vereinfacht.
Die Zukunft der Radioaktivität
Während das Zwischenlager in Lubmin als sicher gilt, birgt die gesamte Materie der radioaktiven Abfälle auch weiterhin große Herausforderungen. Die auf dem Gelände lagernden Abfälle, die aus verschiedenen Anlagen stammen, dürfen nicht einfach liegen bleiben. Ein sorgfältiger Prozess der Freimessung und Dekontaminierung ist unerlässlich, um die Materialien für eine weitere Verwendung oder die Endlagerung vorzubereiten. Es zeigt sich: Da liegt noch einiges an Arbeit vor uns. Doch auch mit den vielen Schwierigkeiten hat das Team rund um den Rückbau des AKW Rheinsberg ein gutes Händchen, um die zahlreichen Herausforderungen zu meistern.