Ein Ehepaar aus Rheinsberg, Brandenburg, hat über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren eine erhebliche Summe von mehr als hunderttausend Euro verloren. Sie fielen einem perfiden Betrug auf den Leim, der über Buchklubs und vermeintlich wertsteigernde Sammelbücher ablief. Die Betrüger waren gewieft: Sie verkauften dem Paar angeblich hochwertige Sammlerstücke und versicherten, die Bücher würden im Wert steigen. Ein dubioser Gutachter forderte zudem eine fünfstellige Summe für seine „Expertise“ und empfahl den Kauf weiterer hochpreisiger Werke. Der Verkauf sollte über einen Notar abgewickelt werden, was dem Ganzen einen seriösen Anstrich verlieh. Doch erst als ein Familienmitglied die Machenschaften aufdeckte, kam der Betrug ans Licht. Allein im vergangenen halben Jahr hatte das Ehepaar eine hohe fünfstellige Summe an Kosten zu tragen, bevor sie auf die Fälschungen aufmerksam wurden. Stern berichtet, dass …

Im Zusammenhang mit dieser Betrugsmasche finden zurzeit erneut Durchsuchungen in Berlin und Umgebung statt, bei denen die Polizei mehrere Verdächtige ins Visier nimmt. Mindestens ein 39-jähriger und ein 48-jähriger Mann sollen Teil eines größeren Betrugsnetzwerks sein, das ältere Menschen systematisch um ihre Ersparnisse gebracht hat. Wie n-tv berichtet, wurde der 39-Jährige aufgrund des Verdachts der Beihilfe zu bandenmäßigem Betrug festgenommen. Dabei geht es insbesondere um die Verbreitung von Faksimiledrucken, die als wertvolle Sammlerstücke angeboten wurden.

Die Dimension des Betrugs

Diese dubiosen Machenschaften sind kein Einzelfall. Das Ermittlerteam hat bereits eine beachtliche Summe von etwa 1,95 Millionen Euro ermittelt, die die Bande erbeutet haben soll. Viele der Opfer, die häufig ehemalige Kunden eines Verlags waren, gingen sogar so weit und nahmen Kredite auf, um die Kaufpreise von bis zu 450.000 Euro zu bedienen. Oft wurden Vorauszahlungen kassiert, ohne dass die versprochenen Bücher jemals geliefert wurden. Die Welt weist darauf hin, dass bereits im Sommer Anklage gegen vier Männer wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs erhoben wurde.

Die Berliner Polizei hat nun ihre Ermittlungen ausgeweitet und durchsuchte neben den Ergebnissen in Berlin auch mehrere Wohnungen und Büros in Brandenburg. Im Zuge dieser Aktionen wurden Vermögensarreste in Höhe von etwa 435.000 Euro gegen die Verdächtigen verhängt. Darüber hinaus wurden Handys, Computertechnik sowie diverse Datenträger und Firmenunterlagen beschlagnahmt, um den komplexen Betrugsfall weiter aufzuklären.