Die Kyritz-Ruppiner Heide im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat nun den offiziellen Titel eines Internationalen Sternenparks von DarkSky International (DSI) erhalten. Diese Zertifizierung macht das Gebiet zu einem der dunkelsten Orte Deutschlands, was besonders für Himmelsbeobachter und Naturfreunde von großer Bedeutung ist. Der Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, hebt dabei die Bedeutung dieser Auszeichnung für die Region hervor und spricht von einem bedeutenden Schritt zum dauerhaften Schutz der Nacht.Neuruppin berichtet, dass die Kyritz-Ruppiner Heide durch den ehemaligen Truppenübungsplatz, auch bekannt als Bombodrom, geprägt ist. Die unbewohnte Fläche ist frei von künstlichem Licht, was einen außergewöhnlich dunklen Himmel begünstigt.
Der Fokus der regionalen Akteure liegt nun auf der Bewahrung dieser Dunkelheit. Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, betont die Vorteile für die Artenvielfalt und hiesige Ökosysteme. Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, emphasiert die Notwendigkeit, den Nachthimmel zurückzuerobern und die Bedeutung des Naturschutzes. Seit 2012 ist die Kyritz-Ruppiner Heide bereits als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) geschützt und wurde 2021 in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert.MAZ
Der Weg zur Zertifizierung
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatte bereits im Jahr 2022 die Initiative ergriffen, als die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide (KAG) die Antragstellung für die Ausweisung als Sternenpark beschloss. Im November 2023 wurde der Landkreis dann offiziell als Antragsteller bei DSI registriert. Die Voranfrage zur Zertifizierung wurde positiv beantwortet, was einen bedeutenden Fortschritt darstellt.C ORP weist zudem darauf hin, dass DSI den Landkreis ermutigte, Pläne gegen Lichtverschmutzung zu entwickeln.
Ein großes Augenmerk liegt auch auf der Beleuchtung der umliegenden Orte. Der Landkreis hat eine Beleuchtungsrichtlinie in Auftrag gegeben, um die nächtliche Beleuchtung zu optimieren und die natürliche Dunkelheit zu bewahren. Geplante Maßnahmen beinhalten Vorschläge zur Lichtoptimierung und die Diskussion über weniger invasive Beleuchtungslösungen in den Randdörfern.
Astrotourismus als Chance
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erschließung des Potenzials für den Astrotourismus. Eine Machbarkeitsstudie, erstellt mit Unterstützung eines Berliner Tourismus-Beratungsunternehmens, identifizierte bereits 18 Standorte innerhalb der Kyritz-Ruppiner Heide, die sich hervorragend als Beobachtungsplätze eignen. Die geplanten Maßnahmen beinhalten auch Aussichtsplattformen und regelmäßige Veranstaltungen wie Sternenführungen. Dies könnte nicht nur lokalen Besuchern, sondern auch Touristen einen unvergesslichen Blick in den klaren Nachthimmel bieten und die Region wirtschaftlich ankurbeln.
Die Initiative und die Zertifizierung zum Internationalen Sternenpark sind nicht nur ein Gewinn für die Himmelsbeobachtung, sondern tragen auch aktiv zum Natur- und Freiraumschutz bei. Lichtverschmutzung wird immer mehr als schädliche Umwelteinwirkung wahrgenommen, die sowohl ökologische als auch gesundheitliche Folgen hat. Daher wird der Schutz der natürlichen Dunkelheit zunehmend wichtiger – nicht nur für die Flora und Fauna, sondern auch für die Menschen, die in diesen beeindruckenden Landschaften leben und arbeiten.