Eine unerwartete Entdeckung machte eine Frau in Neuruppin, als sie versuchte, ihren verlorenen Schlüssel aus dem Rhin zu bergen. Am Freitagabend gegen 17.30 Uhr wagte sie sich mit einem Magneten ans Wasser, um das missratene Objekt herauszufischen. Statt des Schlüssels zog sie jedoch einen „länglichen, verrosteten Gegenstand“ an Land, der sich bald als russische Panzergranate entpuppte, berichtet Tag24.

Die alarmierten Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes waren schnell zur Stelle und identifizierten die Bedrohung. Die Brandenburger Polizei übernahm den sicheren Abtransport der Granate. Fragen bleiben jedoch offen: Hat die Frau ihren Schlüssel wiedergefunden? Das ist bislang unklar.

Die Gefahren des Magnetfischens

Neuruppin, eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, ist nicht nur wegen ihrer hübschen Uferlandschaft ein beliebtes Ziel, sondern zieht auch Magnetangler an. Doch der Vorfall zeigt die Gefahren auf, die mit dieser Freizeitbeschäftigung einhergehen. Die Stadt warnt eindringlich vor den Risiken des Magnetfischens in den Gewässern der Region. Denn nicht selten können sich Kampfmittel und Sprengstoffe aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs bis in die 1990er Jahre im Wasser finden. Laut rbb24 können Berührungen oder Lageveränderungen im Wasser eine Explosion zur Folge haben. Die Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Umstehenden ist akute Realität.

Am Sonntag fischten zwei Jugendliche mit Magneten am Ruppiner See, zogen aber ebenso einen metallischen Gegenstand heraus. Die Polizei wurde gerufen und sperrte den Weg am Bollwerk. Obwohl die Beamten das Metallstück nicht identifizieren konnten, wurde der Kampfmittelräumdienst hinzugezogen und konnte nach 90 Minuten Entwarnung geben. Im Mai 2023 war dies nicht der Fall – Angler fanden ein Panzer-Geschoss im Wasser.

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Der historische Hintergrund

Die Gewässer rund um Neuruppin bergen nicht nur romantische Landschaften, sondern auch ein düsteres Erbe. Die Kampfmittelbeseitigung ist in dieser Region von großer Bedeutung, da Kriegswaffen und Munition aus vergangenen Konflikten häufig noch im Wasser zu finden sind. Der Kampfmittelräumdienst sucht regelmäßig in Neuruppins Gewässern nach potenziellen Gefahren. Die letzte planmäßige Suche fand am 11. Januar dieses Jahres statt.

Die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen zur Kampfmittelbeseitigung stehen im Einklang mit dem Sprengstoffgesetz. Fachkundige Personen, die über einen Befähigungsschein verfügen, führen die entsprechenden Maßnahmen durch, um potenzielle Gefahr zu bannen. Denn die Identifikation und das Bergen von Kampfmitteln sind essenziell für die Gewährleistung der Sicherheit in der Region, wie auch in den Informationen von BfR-KMR dargelegt wird.

Die spannende Geschichte der Schlüsselbergung und der unerwarteten Entdeckung zeigt uns, dass beim Magnetfischen in Brandenburg das Glück oft anders verpackt ist als gedacht. Gehen Sie umsichtig ans Wasser!