In der kleinen Stadt Kyritz, die etwa 9.000 Menschen beherbergt, sieht man vielerorts einen bunten Mix aus Imbissen, und kaum zu übersehen sind die zahlreichen Dönerläden. Mit einer Dichte von fünf, bis vor Kurzem sogar sechs, Dönerimbissen, entspricht dies einem Döner pro 1.800 Einwohner. Diese hohe Zahl steht im Vergleich zu anderen Orten der Region, wo die Anzahl eher sparsamer verteilt ist: Neuruppin verzeichnet vier Döner pro 30.000 Einwohner, Wittstock drei auf 14.000 und Pritzwalk hat sogar nur vier auf 12.000 Einwohner. maz-online.de berichtet, dass die Gründe für diese untypische Dichte bislang unklar bleiben und es kontinuierlich zu Betreiberwechseln und der Eröffnung neuer Läden kommt.

Die Preise für einen Döner sind in Kyritz mittlerweile bei etwa 7 Euro angekommen, was sich auf gestiegene Rohstoff- und Lohnkosten zurückführen lässt. Auf der anderen Seite sind Döner nicht nur in Kyritz ein beliebtes Fast-Food-Gericht, sondern auch in ganz Deutschland. Laut dem Blog hellocash.de setzt die Branche rund 2,4 Milliarden Euro um und es gibt etwa 4.000 Dönerläden im Land. Der Durchschnittspreis für einen Döner liegt im Jahr 2024 zwischen 6 und 8 Euro, wobei jährlich mehrere Hundert Millionen Portionen verkauft werden.

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Döner in Kyritz: Bei den Imbissbetreibern ist viel los

Die Betreiber der einzelnen Läden in Kyritz stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Sabrina Tellschow vom „Imbiss Am Wässering“ hat seit ihrer Eröffnung im Jahr 2018 eine kontinuierliche Nachfrage wahrgenommen und ist mit ihrem Geschäft zufrieden. Im Gegensatz dazu sieht Mehmet Kutlu, der das „Grill-Center“ führt, einem hohen Konkurrenzdruck entgegen und äußert sich skeptisch über die Stabilität der Preise. Er ist sich einig mit anderen Unternehmern der Branche, dass Qualität der Schlüssel zum Erfolg ist. Metin Sahin vom „Sahin-Grill“ verfolgt diese Philosophie und plant derzeit keine Preiserhöhungen. Er hebt hervor, dass man durch erstklassige Zutaten und zufriedene Kunden langfristig erfolgreich sein kann.

Ein weiterer Aspekt ist der „City-Pizza-Service“, der Döner als ein Nebengeschäft unter vielen anbietet, jedoch mit einem breiten Speisenangebot punktet. Auf der anderen Seite hat der „Memo-Grill“ unter Kundenverlusten zu kämpfen, die durch Bauarbeiten in der Umgebung verursacht wurden. Zudem hat der „Pascha-Imbiss“ kürzlich das Dönergeschäft eingestellt und bietet nun andere Speisen an. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich im gesamten deutschen Fast-Food-Sektor, wo der Wandel hin zu gesünderen Optionen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Statista hebt hervor, dass sich die Verbraucher zunehmend der gesundheitlichen Risiken von Fast Food bewusst sind und nach frischen und regionalen Alternativen verlangen.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen

Der durchschnittliche Monatsumsatz eines Dönerladens in Deutschland schwankt zwischen 20.000 und 50.000 Euro, wobei die Umsätze stark von Standort und dem Speisenangebot abhängen. Größere Läden in Innenstadtlagen erzielen sogar bis zu 60.000 Euro im Monat. Die Kosten für Miete, Personal und weitere Ausgaben sind jedoch nicht zu unterschätzen. Wareneinsätze von 30 bis 35 Prozent und hohe Mietpreise stellen eine große Herausforderung für die Betreiber dar.

In Kyritz gilt es, diesen Herausforderungen kreativ zu begegnen. Die Imbissbetreiber versuchen, sich durch Vielfalt und Qualität von der Konkurrenz abzuheben. Die immerwährende Nachfrage nach gutem Fast Food bleibt ungebrochen, was letztlich auch für regionale Imbisse wie in Kyritz eine positive Entwicklung darstellen könnte. Zu guter Letzt bleibt abzuwarten, wie sich die Preise und die Konkurrenzsituation in den kommenden Jahren entwickeln werden.