Heute ist der 19.02.2026 und in Rheinsberg steht ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung: die Diskussion über die Öffnungszeiten von Kindertagesstätten (Kitas). Die Stadt möchte damit insbesondere junge Familien anziehen und auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes reagieren. Stadtverordneter Andreas Endler (CDU) hat den Vorschlag eingebracht, eine Kita für ein ganzes Jahr bis 18 Uhr zu öffnen. Er argumentiert, dass viele Firmen Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden, wenn die Kitas nur bis 17 Uhr geöffnet sind. Lysann Gutenmorgen (CDU) unterstützt diesen Vorschlag und verweist auf die längeren Öffnungszeiten in größeren Städten.

Doch nicht alle sind von der Idee überzeugt. Mario Stärck von der Linken fordert eine Befragung der Einwohner zu den längeren Öffnungszeiten, während Petra Pape von den BVB-Freien Wählern bezweifelt, dass längere Öffnungszeiten tatsächlich mehr Familien nach Rheinsberg ziehen werden. Sie schlägt vor, den Bedarf für längere Öffnungszeiten bei den Eltern abzufragen. Aktuell gibt es in Rheinsberg sechs Kitas und einen Hort, doch eine Kita im Ortsteil Linow muss wegen sinkender Geburtenzahlen schließen. Obwohl in anderen Kitas der Region freie Plätze vorhanden sind, gibt es bislang keine aktuellen Wünsche nach längeren Öffnungszeiten.

Betreuungsangebote in Rheinsberg

Die Stadt hat etwa 8.200 Einwohner, und junge Familien sowie alleinerziehende Eltern suchen aktiv nach Betreuungsplätzen für ihre Kinder. Die berufliche Tätigkeit der Eltern und die frühkindliche Förderung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Im Angebot sind verschiedene Betreuungsformen wie Kindergärten, Kinderkrippen, Kindertagesstätten und Tagesmütter. Der Kita-Finder auf Kindergarten.info hilft Familien, die passende Betreuung zu finden.

Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze in den Kindergärten, die für viele Eltern entscheidend sind. Integrative Kindergärten bieten Platz für Kinder mit Beeinträchtigungen, während bilinguale Einrichtungen verschiedene Kulturen und Sprachen fördern. Darüber hinaus finden in Rheinsberg regelmäßig Kinderflohmärkte statt, die es Familien ermöglichen, Spielzeug und Kleidung günstig zu erwerben. Eltern wird geraten, sich zu vernetzen und Tauschbörsen zu nutzen, um Ressourcen zu teilen.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Die Situation in der Region Ostprignitz-Ruppin ist nicht einfach. Der Landkreis schließt mehrere Kitas, darunter die Kita Alleemäuse in Neuruppin und die Kita Klempower Seesterne in Wusterhausen, während in Neuruppin ausreichend Kita-Plätze bereitgestellt werden. In Gildenhall wird eine neue Kita für 3,2 Millionen Euro gebaut, deren Fertigstellung bis Ende 2027 geplant ist. Zudem soll im August 2026 eine weitere neue Kita mit 55 Plätzen in Dabergotz eröffnet werden.

Das Thema der Kita-Plätze wird von offizieller Seite genau beobachtet. Laut Destatis werden Daten zu Kindertageseinrichtungen, genehmigten Plätzen und betreuten Kindern erfasst, um einen Überblick über das Betreuungsangebot zu erhalten. Dies ist besonders wichtig, da es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz gibt, der auch für unter Dreijährige gilt.

Die Herausforderungen sind vielfältig: Von der Erzieherausbildung in Rheinsberg, die in der Regel eine schulische Ausbildung erfordert, bis hin zum Fachkräftemangel, der auch Quereinsteigern Chancen bietet. Die Kita-Gebühren variieren je nach Träger und kommunaler Satzung, wobei teilweise kostenfreie Plätze zur Verfügung stehen. Letztlich wird es für die Stadt entscheidend sein, eine bedarfsgerechte Betreuung anzubieten, um junge Familien nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig in Rheinsberg zu halten.