Heute ist der 4.04.2026 und wir befinden uns in Oberhavel, wo winterliche Bedingungen mit 5 Grad Celsius und einem gefühlten Wert von -5 Grad, begleitet von Nieselregen und kaltem Wind, die Landschaft prägen. In dieser frostigen Umgebung machen wir uns auf einen Spaziergang zur Winterweide der Wasserbüffel, die nördlich von Oranienburg liegt. Hier stehen 20 Wasserbüffel auf einer offenen Wiese, dampfend im kalten Wetter. Landwirt Nils Fischer erklärt, dass die Büffel aufgrund der tückischen Bedingungen im Moor am Möllmer See in die Winterweide gebracht wurden. Sicherheit wird der Abenteuerlust vorgezogen, um das Risiko des Einbrechens in den Boden zu vermeiden.

Besonders bemerkenswert ist die überraschende Geschwindigkeit und Eleganz, mit der sich die Wasserbüffel bewegen. Fischer beschreibt die Tiere als sanft und verständig, viel zahmer als herkömmliche Rinder. Ursprünglich begann die Herde mit Färsen, doch eine erfahrene Leitkuh wurde später zugekauft, was zu mehr Ruhe in der Herde führte. Wasserbüffel sind in Brandenburg auf 260.000 Hektar Moorflächen verbreitet. Die Entwässerung der Moore in der DDR-Zeit führte zu erheblichen CO2-Emissionen; nasse Moore haben jedoch die Fähigkeit, Kohlenstoff zu binden. Dies führt zu einem Konflikt um die Wiedervernässung der Moore, insbesondere bei Landwirten mit DDR-Hintergrund. Projekte wie „Blaues Moor Brandenburg“ suchen nach wirtschaftlichen Möglichkeiten auf nassen Flächen.

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Wasserbüffel und Klimaschutz

Wasserbüffel sind nicht nur für die Landschaftspflege geeignet, sondern spielen auch eine zentrale Rolle im Klimaschutz, da sie sich in Moorgebieten wohlfühlen, wo andere Nutztiere Schwierigkeiten haben. Das Moorbüffel-Projekt zielt auf den Schutz der Moore und die Bekanntmachung der Wasserbüffel in Brandenburg ab. Mit dem Motto „Sanfte Riesen für den Moorschutz“ wird eine nachhaltige Wertschöpfungskette zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Gastronomie aufgebaut. Das Projekt macht den Zusammenhang zwischen Wasserbüffelhaltung und Klimaschutz sichtbar.

Die Tagung über Wasserbüffel in einer ehemaligen Fabrik brachte Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Ökolandwirte, Wissenschaftler, Köche und Metzger. Es gab auch eine Verkostung von Wasserbüffelfleischprodukten, das magerer und cholesterinärmer als Rindfleisch ist. Besonders interessant ist die Diskussion über die Herkunft der Wasserbüffel in Brandenburg; diese Tiere waren bis vor 11.000 Jahren in Europa verbreitet. Die aktuelle Population in Deutschland beträgt rund 10.000 Wasserbüffel, mit einer steigenden Tendenz.

Engagement für die Zukunft

Das Moorbüffel-Projekt sucht engagierte Gastronom:innen und Landwirt:innen zur Teilnahme an den Brandenburger Wasserbüffel-Wochen. Olaf Scholz besuchte den Moorbüffelhof Biohof Werder und informierte sich über die Vorteile der Wasserbüffelhaltung. Online-Wasserbüffel-Stammtische mit 25-35 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und Schweden fördern den Austausch und die Vernetzung. Im Jahr 2026 ist die erste Verarbeitung und Vermarktung von Brandenburger Wasserbüffelfleisch geplant, mit Produkten wie Wasserbüffel-Bolognese und Wasserbüffel-Gulasch in Mehrweg-Gläsern. Interessierte können sich unter info@moorbueffel.de melden.

Die Teilnahme an regionalen Veranstaltungen, wie dem Festessen in Werder (Havel) und dem Brandenburger Schlachtfest, bietet die Möglichkeit, mehr über die Wasserbüffelhaltung zu erfahren und die Produkte zu probieren. Das Projekt ist auf Instagram und Facebook aktiv und plant eine eigene Webseite ab Februar 2024: www.moorbueffel.de.

In einer Zeit, in der der Klimawandel von Landwirten als Realität wahrgenommen wird, zeigt das Publikum auf der Tagung Offenheit und Neugier. Die Wasserbüffel sind nicht nur sanfte Riesen, sondern auch ein wichtiger Baustein für den Moorschutz und die nachhaltige Landwirtschaft in Brandenburg. Lassen Sie uns gemeinsam für eine grünere Zukunft arbeiten!