Es ist der 31. Dezember 2025, und die Vorfreude auf den Jahreswechsel und das damit verbundene Feuerwerk ist groß. Doch wägt man die Sehnsucht nach bunten Lichtern gegen die erheblichen Gefahren ab, die von unsachgemäßer Handhabung ausgehen, wird schnell klar: Vorsicht ist geboten. Besonders in diesem Jahr warnen Experten eindringlich vor den potenziellen Risiken, die mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern verbunden sind.

Christian Flieger, der stellvertretende Gemeindewehrführer im Mühlenbecker Land, hebt hervor, dass die Silvesternacht ein Hochrisiko-Zeitfenster für Brände und Unfälle darstellt. Dies geschieht vor allem durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk. So kommt es immer wieder zu brennenden Müllcontainern oder sogar Balkonbränden in Nachbargemeinden, verursacht durch illegale Raketen und Böller, die oft mehr Schwarzpulver enthalten und daher gefährlicher sind. „Geprüftes Feuerwerk ist an der CE-Kennzeichnung zu erkennen“, betont Flieger. Fehlt diese Kennzeichnung, sollte man die Finger davon lassen.

Sicherheitsvorkehrungen sind ein Muss

Die häufigsten Unfälle resultieren aus leichtsinnigem Verhalten: Ob das Zünden von Tischfeuerwerk im Innenraum oder das Abschießen von Raketen, die nicht ordentlich aus einer stabilen Vorrichtung erfolgen – all das kann fatale Folgen haben. Besonders die jungen Leute sollten aufgeklärt werden, denn jetzt sind sie gefährdet, und ihre Gesundheit steht auf dem Spiel. Vom ADAC wird darauf hingewiesen, dass rund 8.000 Menschen jährlich Schäden am Innenohr durch Feuerwerk erleiden. „Es kann zu schwerwiegenden Verletzungen an Ohren, Augen und Händen kommen,“ warnen die Experten.

Die Daten sprechen eine deutliche Sprache: In der Silvesternacht steigt die Zahl der Schwerverletzten in Notaufnahmen auf das Drei- bis Vierfache; 2024/2025 starben in Deutschland sogar fünf Menschen an den Folgen von Feuerwerksunfällen. Gegen solche tragischen Vorfälle gibt es präventive Maßnahmen, die beachtet werden sollten. Dazu zählt unter anderem, dass Kinder nie unbeaufsichtigt mit Feuerwerkskörpern hantieren dürfen und Fenster sowie Türen während des Feuerwerks geschlossen bleiben sollten.

Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Feuerwerk

Nicht nur die Sicherheit ist ein Thema, auch gesundheitliche und umweltliche Probleme, die durch das Zünden von Feuerwerk entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Rund 2.000 Tonnen Feinstaub werden in Deutschland jährlich um den Jahreswechsel freigesetzt. Die Luftqualität verschlechtert sich erheblich, wobei Werte von über 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter erreicht werden können – ein drastischer Anstieg im Vergleich zum Jahresdurchschnitt von 15 bis 18 Mikrogramm. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Menschen mit Atemwegserkrankungen, sondern verursacht auch Stress und Panik bei Tieren. Rund 45 Prozent der Hunde zeigen bereits Angstreaktionen auf Feuerwerk, viele Tierärzte berichten von einer Zunahme von Angststörungen bei Haustieren.

Ein umweltfreundlicherer Ansatz könnte ein städtisches Feuerwerksverbot sein, das die Deutsche Umwelthilfe unterstützt. In Städten wie Turin oder Paris werden bereits feinstaubfreie Alternativen mit Licht- und Drohnenshows genutzt. Diese könnten, so die Hoffnung, nicht nur Sicherheitsrisiken reduzieren, sondern auch den Umweltschutz voranbringen.

Wer also an diesem Silvesterabend die Nacht mit Feuerwerk feiern möchte, sollte gut vorbereitet sein und Sicherheitsabstände einhalten. Blindgänger dürfen nicht aufgehoben werden, da sie jederzeit detonieren können. Bei Verletzungen heißt es dann: Kühlung mit lauwarmem Wasser und schnellstens den Rettungsdienst verständigen.