Gunter Schmidt, ein Ingenieur aus Velten, hat Großes vor mit der alten Einfliegehalle auf dem Alten Flugplatz in Oranienburg. Diese historische Halle, die einst der Feinabstimmung von Kampfflugzeugen diente und eine beeindruckende Größe von 109 mal 45 Metern aufweist, könnte bald eine ganz neue Bestimmung erhalten. Schmidt hat sich nach einem TV-Beitrag über die Heinkelwerke in die alte Halle verliebt und sieht sie als ideales Projekt für „Vertical Farming“. „Vertical Farming“ bedeutet, dass in Hochregal-Schränken unter LED-Licht Pflanzen ohne Erde wachsen. So geht’s modern und nachhaltig! maz-online.de berichtet, dass Schmidt mit seiner Idee auch die Aufbewahrung der Halle als Denkmal im Blick hat.

Doch das ist noch nicht alles: Neben der Vertical Farming Anlage plant er auch die Einrichtung eines Museums zur Geschichte des Gebäudes, das eine düstere Vergangenheit in der Zeit des Dritten Reichs aufweist. Außerdem sollen Büroräume und eine Gaststätte in diesem neu belebten Areal entstehen. Diese ehrgeizigen Pläne könnten nicht nur die Umgebung aufwerten, sondern auch einen wirtschaftlichen Beitrag leisten, wenn große Abnehmer in der Region gefunden werden, so Schmidt.heinerklemp.de

Vertical Farming und seine Möglichkeiten

Vertical Farming ist mehr als nur ein Trend – es trifft den Nerv der Zeit. Es ermöglicht die Massenproduktion von Obst und Gemüse direkt in urbanen Gebieten und nutzt dabei Technologien wie Hydrokulturen. Diese Methode benötigt nur 5% des Wassers im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft und erlaubt den Anbau ohne den Einsatz von Insektiziden oder Pestiziden. Damit stehen die Chancen gut, die regionale Lebensmittelproduktion nachhaltig zu gestalten. Schmidt plant eine Fläche von rund 35.000 Quadratmetern mit einer geschätzten Ernte von bis zu 20 Tonnen pro Tag. Zudem könnten durch den Betrieb der Vertical Farming Anlage etwa 25 bis 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Wikipedia hebt hervor, dass vertikale Landwirtschaft den Treibhauseffekt minimieren und Energiekosten senken soll.

Weiterer Denkstoff: Ein Berliner Architekt hat bereits einen kostenlosen Sanierungsplan erarbeitet, der im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens mit begleitet wird. Die Stadtverwaltung von Oranienburg ist auf Schmidts Ideen aufmerksam geworden, hat jedoch klargestellt, dass ein entsprechendes Finanzierungskonzept benötigt wird. Schmidt schätzt, dass dafür mindestens 15 bis 20 Millionen Euro notwendig sind, wobei schon erste Finanzierungszusagen vorliegen. Es bleibt spannend, ob und wann die Pläne in die Tat umgesetzt werden können.

Ein Eldorado für nachhaltige Landwirtschaft

Die Einfliegehalle hat das Potenzial, nicht nur eine wirtschaftliche Blütezeit zu erleben – das Projekt könnte auch als Gläserne Manufaktur fungieren. So wird nachhaltige Landwirtschaft greifbar und erlebbar gemacht. Der Standort der Halle, in unmittelbarer Nähe zum REWE-Auslieferungslager, bringt zusätzliche Vorteile mit sich. Das gesamte Areal könnte zur Vorzeigeregion für innovative Landwirtschaft werden, wenn sich die Pläne tatsächlich realisieren lassen. Schmidt zeigt sich optimistisch, dass die Sanierung der Einfliegehalle gelingen könnte, da sie unter Denkmalschutz steht.

Dennoch: Es gibt noch einige Baustellen zu klären. Vor dem endgültigen Start sind Umweltauswirkungen zu berücksichtigen, ebenso wie die Munitionsbelastung des Geländes. Auch die Umsiedlung von Tierarten könnte in den Planungshorizont einfließen. Ein Bauausschuss soll im Juni über die weitere Vorgehensweise beraten, und das Ende des Jahres könnte eine offizielle Ausschreibung zur Sammlung von Nutzungskonzepten für die Halle erfolgen.

Nachhaltigkeit, innovative Landwirtschaft und Denkmalschutz – das sind nur einige Schlagworte, die in den nächsten Jahren in Oranienburg eine Rolle spielen könnten. Und vielleicht gelingt es Gunter Schmidt wirklich, aus der alten Einfliegehalle ein blühendes Zentrum für Vertical Farming zu schaffen.